Feedly hat mir RSS verdorben

Um fair zu bleiben, ich habe mir nach dem lange angekündigten Tod von Googles Reader wohl selber die Laune verdorben. Genauer, meine Knauserigkeit hat dazu beigetragen, dass meine Wahl auf Feedly fiel. Feedly war kostenlos, Google hatte sich ja redlich bemüht, mir und allen anderen Nutzerinnen und Nutzern von RSS für den täglichen Informationsbedarf abzutrainieren. Da wollte ich erst einmal nicht wieder für etwas zahlen, das ich als gegeben hinnahm wie Luft.

Spätestens seit einigen Wochen fällt mir aber immer wieder auf, dass Feedly eine denkbar schlechte Wahl war. Als Alternative für den Google Reader wurde der Dienst immer besser, die anfänglichen Kinderkrankheiten waren schnell überwunden. Da kamen aber alle schon daher, wie denn Feedly sich mit seinem Kostenlos-Modell langfristig würde halten können. Feedly antwortete auf die Skepsis mit einem Premium-Angebot.

Dieses kann ich aber nicht nutzen, denn wie bei angrynerds schön ausgeführt wurde, wählte Feedly einen Anreiz für Premium, der nicht nur unsympathisch ist, sondern auch völlig in die falsche Richtung geht. Ich kann mich, denke ich immerhin, mit einiger Kraft wieder daran gewöhnen, für einen zuverlässige RSS-Reader zu zahlen. Aber ich kann dies nicht bei Feedly, wenn dort absichtlich die Aktualisierungsfrequenz gedrosselt wird, die gegen Bezahlung erhöht werden kann. In der kostenlosen Variante waren kleinere Seiten und Blogs oft deutlich verspätetet erst in meinem Strom der Nachrichten. Doch gerade die kleinen, gerne auch abseitigen Themen und Seiten sind es, die ich besonders lesenswert finde. Diese auszubremsen und erst gegen Geld wieder in eine halbwegs aktuelle Zeitleiste einzugliedern, ist eine aus meiner Sicht nicht zu tolerierende Diskriminierung.

Da ich also Feedly nicht unterstützen will, aber auch noch keine Zeit für eine Suche nach anderen Diensten aufbringen konnte, liegen derzeit alle Feeds bei mir brach. Das kann es eigentlich auch nicht sein.

Drafts-Rezepte V: Wetterdaten mit OpenWeatherMap

Ich habe mir wieder ein kleines Skript (current_weather.py) gebastelt, mit dem ich für einen beliebigen Ort die aktuelle Temperatur und Luftfeuchtigkeit erhalte. Als Datenquelle dient die API von OpenWeatherMap, abgerufen wird es wieder über Pythonista. Das Skript sieht folgendermaßen aus:

# -*- coding: utf-8 -*-
import clipboard
from console import alert
from json import loads
from sys import argv, exit
from urllib import urlopen, quote
import webbrowser

def error_dialog(title, message):
  '''A diaolog box for error messages.'''
	try:
		alert(title, message)
	except KeyboardInterrupt:
		pass
	webbrowser.open('drafts://')
	exit(message)

def filter_data(data):
	'''create output string from response'''
	weather = loads(data)
	temperature = weather['main']['temp']
	humidity = weather['main']['humidity']
	output = 'Temperatur: {0} Celsius\nLuftfeuchtigkeit: {1}%'.format(temperature, humidity)
	return output

def get_current_weather_in(data):
	'''get current weather data'''
	api_url_base = 'http://api.openweathermap.org/data/2.5/weather?q={0}&units=metric&lang=de'
	try:
		response = urlopen(api_url_base.format(data))
	except IOError:
		error_dialog('Connection Error', 'Unable to perform request.')
	if response.getcode() == 200:
		weather_data = filter_data(response.read())
		webbrowser.open('drafts://x-callback-url/create?text={0}'.format(quote(weather_data)))
	else:
		error_dialog('Error', 'Status code: {0} - Message: {1}'.format(response.getcode(), response.read()))

if __name__ == '__main__':
	get_current_weather_in(argv[1])

Gist

Das Skript kann dann über die Drafts-Action ausgeführt werden:

pythonista://current_weather?action=run&argv=[[draft]]

Import-Link

Im Grunde war das auch schon alles. In Drafts muss dann in einer neuen Notiz nur der Name der Stadt eingegeben werden. Gegebenenfalls sollte sicherheitshalber noch das Land hinzugefügt werden. So würde Hamburg, de mir die aktuelle Temperatur und Luftfeuchtigkeit für Hamburg geben.

Podcastrauschen: Ich habe wieder Plätze im Podcatcher frei

Postiv gewendet kann ich sagen, wieder eine Menge Zeit freigeschaufelt zu haben. Ich rede hier von gut acht stunden wöchentlich. Andererseits bin ich in eine neue Phase meiner Podcastabhängigkeit übergetreten. am Wochenende langte es mir, aufgetürmte Frustration zwang mich zu der Entscheidung, eine von zwei tragenden Säulen der zweiten Welle meiner Abhängigkeit aus dem Podcatcher zu bannen.

Ich will gar nicht auf die Details eingehen, sondern es positiv wenden. Ich habe neben der nagenden Ungewissheit, was ich nun hören soll, zugleich eine Abenteuerlust. Es gibt viele Projekte da draußen, die Aufmerksamkeit verdienen. Also mache ich mich auf in die dritte Welle der Podcastsucht.

Tragende Säulen dürften für mich, wenn ich es mir recht überlege, in Zukunft eher Soziopod„>http://soziopod.de/“>Soziopod und Spoiler“>http://spoileralert.bildungsangst.de/“>Spoiler Alert werden, die allerdings nicht in regelmäßigen Dosen verfügbar sind, um den Bedarf zu decken. Um die herum werde ich neu aufbauen.

Ich nehme gerne noch Hinweise und Anregungen entgegen. Je unbekannter, neuer oder frischer, desto besser.

Zite: Flutet die Filterbubble

Ich bleibe skeptisch. Die algorithmische Unterstützung meiner Tageslektüre wirkt noch immer unfertig. Flipboard hatte ich kurz probiert, das hatte aber etwas von einem Informationsinzest. Überrascht hat mich in den letzten Wochen eindeutig eher Zite, das mir nach vordefinierten Themengebieten eine ordentliche Zahl ansprechender Artikel angibt. Derzeit zwar nur englischsprachige, aber qualitativ ist da einiges dabei.

Dennoch, einige Kinderkrankheiten hat auch Zites Algorithmus noch nicht ausgestanden. Ich muss immer noch Schmunzeln, wenn mir das Schlagwort Python mir Skandal- und Rekordschlagzeilen über Schlangen anbietet. Trotzdem bin ich von dem Dienst angetan. Mich ärgert nur, dass iOS die bei weitem schönere App als Android abbekommen hat. Ansonsten habe ich Spaß in meiner Filterbubble.

Linkgebliebenes 19

Fangen wir mit einem lange Zeit unbemerkt gebliebenen Zivilisationsfortschritt an. Sich auf Stühle zu setzen wird nie mehr sein, was es mal war.

Manchmal dringt die Spielewelt in die Realität ein. Wenn eine linux-gesteuerte Waffe auf den Markt kommt, die das Zielen (teil-)automatisiert, kriege ich ein wenig Angst. Die Verzahnung von Waffenindustrie und Videospielen geht auch andersherum, wenn beispielsweise Spielerinnen und Spieler über Linzenzgebühren für In-Game-Waffen die Rüstungsindustrie bezahlen können.

Journalismus wird nach Schnittmustern erzählt. Gegen den Formatjournalismus wäre prinzipiell nichts zu sage, wäre er nicht gewillt, die Wirklichkeit der Form unterzuordnen. Meist ist es verhängnisvoll, andere Male nur lächerlich. So in diesem Fall.

Ich mag ADN, aber längst nicht alles ist rosig, ich wünschte mir beispielsweise auch eine etwas offenere API.

Ja, die benevolente Diktatur ist als postdemokratisches Modell en vogue, auch bei Menschen, denen etwas mehr zugetraut werden könnte, als krypto-totalitäres Gewäsch.

Für manche ist es vielleicht etwas zu technisch, hier wird aber eine perfide Methode geschildert, Nutzervertrauen zu torpedieren. Findige Webentwickler, nennen wir sie Arschlöcher, haben keine Bedenken die Historie eines Tabs im Browser zu manipulieren, um beim Klicken auf den "Zurück"-Button auf Werbung umzuleiten.

Was ist schon ein Allheilmittel? Selfpublishing auf keinen Fall.

Wie sieht er eigentlich aus, der Sexismus in der Spieleszene? Dreißig Tage in Summe schon reichlich hässlich.

Lernplattformen sprießen in Hülle und Fülle, die meisten Angebote kommen mir didaktisch noch nicht sehr ausgereift daher. Aber auch gesellschaftlich befeuern sie, so die Kritik eine zentrifugale Kraft in der Bildungslandschaft. Homogenisierte Milch ist nützlich, homogenisierte Bildung eher nicht.

Der Datenschutz bestimmt weite Teile der hiesigen Auseinandersetzung um Googles neues Gadget für überwiegend weiße Männer. Die Benutzerfreundlichkeit fand wenig Beachtung, aber auch da gibt es wohl noch große Baustellen.

Ich habe ein gespaltenes Verhält is zu Kickstarter, aber auch Crowdfunding allgemein. Der eigentliche Zweck alternativer Finanzierung für unabhängige Kreative geht verloren, wenn sie von der Industrie als günstige Produktionshilfe kooptiert werden, sodass sie auch noch alle Gewinne einstecken können. Aber es gibt sie halt auch, diese Projekte, die wohl kaum genug Geld hätten sammeln können. Wie etwa eine Dokumentation über Frauen in der Spielebranche.

Einige Beispiele dafür, wie sich Sexismus strukturell gerade auch über die alltäglichen Ausgrenzungen fortsetzt, gerade weil diese Sexismen auf den ersten Blick zu klein und nichtig wirken.

Im Namen der Redefreiheit, her mit den Trollen

John F. Nebel kann sich auch noch so abmühen, der unfertige Versuch einer aufgeräumten Definition von Zensur, die auch die Informationskontrolle durch Konzerne, Verbände oder Individuen berücksichtigt, überzeugt mich überhaupt nicht. Das liegt nicht an der Annahme einer möglichst ungestörten Kommunikation zwischen Menschen, die implizit mitschwingt. Auch die Erweiterung der Zensur ist wenig problematisch, wenn zwischen staatlicher und nicht-staatlicher Zensur unterschieden wird, wobei diese Differenzierung noch um eine Trennung nach Legitimität des Eingriffs unterschieden wird1. Nebel übersieht die Tragweite des Begriffs Informationsfluss. Am Anfang wirkt das wie ein hervorragender Gradmesser für Zensur, ob nun staatlich oder nicht. Auf jeden Fall sieht Nebel es so. Ein Blog sperrt Kommentare und macht dies nicht einmal sichtbar, ein Unternehmen verbietet bestimmte Inhalte in seinen Portalen, ein Staat inhaftiert Redakteure missliebiger Zeitungen. Alles Zensur, erst recht, wenn es nicht transparent gemacht wird:

Doch überall, wo intransparent Information unterdrückt wird, ist der Fluss der Information gestört und für Außenstehende nicht mehr nachvollziehbar. Insbesondere bei der zunehmenden Macht von Konzernen im Hinblick auf Informationskontrolle ist das ein ernstzunehmendes Problem.

Diese Form der Freiheitlichkeit beißt sich an der Information fest. Sie soll frei sein, fließen und alles durchströmen. Die Kommunikation sieht diese Vorstellung von Zensur aber nicht. Dass sie aber nicht dasselbe sind, hat eine entscheidende Bedeutung. Denn, mit Watzlawick gesprochen, es ist nicht möglich, nicht zu kommunizieren. Nicht zu informieren schon. Kommunikation != Information.

Erst einmal entsteht schon information overkill, aber darauf will ich nicht hinaus. Information ist ohne Kommunikation kaum möglich, zumindest fruchtlos, aber es gibt Kommunikation, die nicht-informativ im Sinne eines freien Diskurses ist. Sie ist emotional, psychisch oder auch sozial. Aus diesen nicht-informativen Kommunikationsformen entstehen Informationsstörungen. Diese Störungen sollten aber gerade die Information nicht beeinträchtigen. An dieser Stelle fällt für mich Nebels Begriff zusammen. Trolle, Stalker, Spammer, wer auch immer eine Kommunikation von und über Information mit nicht-informativer Kommunikation beeinträchtigt oder unterbindet, sollte in kommunikative Schranken verwiesen werden. Das als Zensur zu bezeichnen klingt für mich widersinnig, gerade wenn Information das ultimative Ziel ist.

Das war jetzt viel Bürokratendeutsch. Ich versuche es mal in Form einer Abwandlung eines alten Ausspruchs: Es kommt nicht allein darauf an, dass Information fließt, sondern wohin und wie schnell. Die Information muss auch manchmal vor nicht-informativer Kommunikation geschützt werden. Das wäre aber Zensur nach Nebel, womit wir paradoxerweise wieder am Anfang stehen. Die Frage bleibt, wer darf wann wie viel Einfluss auf Kommunikation nehmen, um Information für alle zu gewährleisten. Mit lockeren kommunikativen Zügeln und Transparenz ist nicht viel gewonnen. Leider.

1 Zum Legitimitätsvorbehalt eines Problemlösungsprozesses könnte ich schon einiges sagen. Nicht viel Nettes. Das liegt daran, dass unter dem Deckmantel der Legitimität viel zu oft ein Konsens vermittelt wird, der allerdings nicht halten kann. Denn das Wie, das Wer oder Womit des ursprünglichen Problems wird hübsch in eine Legitimitätsfrage ausgelagert, um eine Abstraktionsstufe erhöht und dann nur noch in kleinem Kreise weiter verhandelt.Priblem nicht gelöst, aber rhetorisch ausgehebelt. Die Juristen haben nach diesem Prinzip mit dem Rechtsstaat eine Ordnungsstruktur geschaffen, die oberflächlich gesellschaftliche Konflikte durch Gesetze zu lösen vorgibt. Wie wir aber alle wissen, ist durch Recht selten Klarheit geschaffen, dass liegt daran, dass die Juristen ihre Konflikte in die Gesetzeskommentare transferierten.

Der Schwarm, die Intelligenz und das Wiederkäuen

Den Netzoptimismus kann ich mir nicht abgewöhnen, aber völlig mitgehen auch nicht. Nicht mehr. Ich schiebe es auf altersbedingte Misanthropie, die ich aus Sorge um meinen Ruf vorzugsweise als Realismus bezeichne. Soll heißen, der Glaube an die rosige Zukunft der Menschheit durch das Internet oder Technik ganz allgemein fiele mir deutlich leichter, wenn der Faktor Mensch nicht Teil dieser Rechnung wäre.

Es muss aber nicht immer eine pseudo-anthropologische Grundtendenz sein, die mich dazu bringt, den Fortschritt nicht mit jedem Startup einzuläuten, denn das Etikett Fortschritt verkauft ein Startup nun einmal teurer, selbst wenn der faktische materielle, ökonomische oder kulturelle Nutzen bei näherer Betrachtung unterhalb jeder Relevanz liegt.

Für mich ist Codecademy so ein Beispiel für die revolutionäre Geste der kostenlosen Bildung für alle, die bei Lichte betrachtet dem Vorschlag gleichkommt, Menschen die Liebe zur Kunst mittels Malen nach Zahlen nahe bringen zu wollen. Codecademy ist nicht gescheitert, denn das grundlegende Versprechen löst es ein: Menschen können die Grundlagen einiger essentieller Script- und Auszeichnungssprachen lernen. Hierzu stehen für JavaScript, Ruby, PHP, Python und andere vorgefertigte Kurse bereit. Als interpretierte Sprachen bieten sie sich geradezu an, da es vergleichsweise einfach ist, einen Editor und den jeweiligen Interpreter im Browser zur Verfügung zu stellen.

Die ersten Schritte bei Codecademy dürfte für Neugierige erstaunlich leicht nachvollziehbar sein. In diesen Bereichen ist Codecademy erstaunlich, könnte sogar Hürden einreißen oder so weit senken, dass sie nicht mehr abschreckend wirken. Danach wird die Luft aber wieder dünn, denn wenn die ordentlichen Pfade der größeren Lerninhalte begangen sind, ziehen neue Hürden auf. Es gibt keinen Fingerzeig über das mechanisch erlernte Wissen hinaus.

Die Idee ist blendend, das Lösungsmuster ist im Netz altbewährt. Der Schwarm wird es schon richten. Irgendwie, egal wie. Denn Codecademy hat nur ein klappriges Gerüst zusammenhängender Übungen mit etwas, das einem didaktischen Konzept ähnlich sieht. Darüber hinaus sollen Kurse von der Community erstellt werden. Selbst nach langer Zeit bei Codecademy verstärkt sich der Eindruck, das der Pflege der Kurse keinerlei Beachtung geschenkt wird.

So reihen sich dann von Laien verfasste Kurse aneinander, die inhaltlich entweder reine Lückentests sind, sodass höheres Verständnis kaum entsteht, geschweige denn, die Fähigkeit eigene Ideen umzusetzen, oder dieses Verständnis wird vorausgesetzt. Die Qualitätssicherung besteht bloß aus einer plumpen Sternskala zur Bewertung des Kurses und unübersichtlichen Foren, in denen sich die Stimmen der Verwirrten überschlagen.

Moderation oder gar Redaktion kann ein dermaßen irritierter Schwarm kaum leisten. Das Versprechen universellen Wissens verkümmert so zum Stimmengewirr des Halbwissens in der vernetzten Masse. Das heißt allerdings nicht, dass sie nicht möglich wäre, die vernetzte Bildung zu geringem Preis, doch sind die bisherigen Lösungsansätze der Startups – denn es ist nicht Codecademys spezifisches Problem – eher technokratischer Idealismus verbrämt mit dem Idyll der Weisheit des Massen.

Doch was ist es für ein Wissen, das in redundanten Aufgaben vermittelt wird? Bildung, selbst in der geringsten aller Definitionen, ist nicht die mechanische Reproduktion von Fertigkeiten. Dieses Bildungsideal ist allerdings metrisch wieder schwer zu greifen, da ist es doch besser, nur das Wiederkäuen von Informationen zu messen und als Bildungsleistung vorzugaukeln. Von dem Ideal der Bildung als befreiendem, befähigendem, ermächtigendem menschlichen Werkzeug ist das weit entfernt. Ingenieurswissenschaftlich betriebene Aufklärung ist das, mehr nicht. Schade, denn im Netz allgemein wie auch bei Codecademy sind wirklich fantastische Inhalte zu finden. Den Zugang hat das Netz erleichtert, das Finden ist noch immer die Herausforderung.

newsify

Bild 1: newsify in Standardansicht

Ohne RSS-Feeds geht für mich ja gar nichts, auch wenn der größte Teil der Netzwelt anscheinend blendend ohne auskommt (Da es sich anbietet, eine feine Anleitung und Hintergründe zu RSS beim How-To-Geek.). Aus verschiedenen Gründen komme ich, zwar nur mit erheblichen Schmerzen, am Google Reader nicht vorbei. Meine Geschichte mit dem Google Reader ist zu lang, um schnell mal abgefrühstückt werden zu können, also spare ich sie mir.

Der Vorteil des Google Readers ist seine insgesamt sehr runde Oberfläche, weshalb ich auch von mobilen Geräten immer Apps verwendete, die mit dem Reader synchronisierten. Bislang waren dies die kostenlose Version von MobileRSS und das schicke Flipboard. MobileRSS ist dabei erste Wahl, zwar mangelt es der App an dem Feinschliff in der Optik, doch insgesamt war sie zuverlässig und schnell. Genau da liegt meiner Meinung nach bei Flipboard der Hund begraben. Es ist das genaue Gegenstück zu MobileRSS schick, aber in der Benutzung sehr viel zeitraubender. In Bruchteilen der Zeit, die ich bei Flipboard für dieselbe Zahl von Artikeln brauche, kann ich mit MobileRSS die Neuigkeiten und Nachrichten durchforsten.

Bild 2: Dieselben Artikel in Kachelansicht

Jetzt aber kommt mit newsify eine App daher, die das beste beider Welten miteinander gut in Einklang bringt. Optisch ist newsify dem spartanischen MobileRSS weit voraus, verzichtet aber auf den 3D-Blättereffekt, der Flipboards Markenzeichen ist. Meine ersten Gehversuche mit newsify zeigten, dass die Lesegeschwindigkeit darunter allerdings kaum leidet. Ich bin sehr schnell durch die ungelesenen Artikel, ohne die mühselige Kleinteiligkeit Flipboards. Auch in Sachen Einstellungen wartet newsify mit einer Vielfalt auf, die mit der von MobileRSSvergleichbar ist. Für mich ist es ungemein wichtig, das Laden von Fotos nur in Drahtlosnetzwerken zu erlauben und ähnliche vermeintliche Kleinigkeiten. Schön ist auch, die Darstellung der Artikel in einer Stapelansicht oder mit moderner wirkenden Kacheln (Bild 2)anordnen zu können.

Einzig umständlich ist, die Artikel nur in ihrer jeweiligen Detailansicht markieren oder weiterleiten zu können. Da hätte sich die UI die clevere Wischgeste von MobileRSS, mit der weitere Optionen für einzelne Artikel schnell zur Hand sind, abschauen können. Doch ist dies eine Marginalie, newsify hat eindeutig Potenzial, MobileRSS den Rang abzulaufen. Derzeit ist die außerordentlich praktische App noch kostenlos zu haben, denn zumindest nach App-Beschreibung im Store, behält sich der Entwickler vor, zu einem späteren Zeitpunkt Geld dafür zu verlangen.

Big Data und Datenjournalismus

Zwei kurze Bücher habe ich letzte Woche gelesen. Beide befassen sich auf ihre Weise mit den Herausforderungen, die mit dem gigantischen Volumen der heutigen Daten befassen. Das Problem, es wurde auf den Namen Big Data getauft, besteht zwar seit Beginn der Informationstechnologie. Heutzutage dringen Datenbanken in enorme Höhen vor.

Die beiden kurzen E-Books zum Thema sind eigentlich nur aggregierte und konzentrierte Inhalte zweier Blogs, doch boten sie mehr Übersicht und waren für einen kleinen Preis zu haben. Das erste stammt vom Team des O’Reilly Radar, es wirft einen Blicka auf heutige Datenvolumen und ihre Bewältigung. Mit einem Nebeneffekt dieser Informationsmasse sieht sich Simon Rogers vom Guardian Data Blog gegenüber, der zu dem Schluss kommte,dass der Journalismus von einer solchen Entwicklung profitieren können, wenn man Journalismus durch Datenjournalismus ergänzt. Weiterlesen

duckduckgo hat es tatsächlich geschafft…

…ich nutze Google nicht mehr als Suchmaschine meiner Wahl. Mir ist es gar nicht aufgefallen, bis ich heute mal meine Browser-Chronik der letzten fünf Tage durchforstete. Eindeutiger kann es nicht mehr sein, Google war mit Suchanfragen nicht mehr vorzufinden. Das hat bislang keine Suchmaschine geschafft. Dabei hat duckduckgo eigentlich nur eines richtiggemacht: Ich finde dort schnell das, was ich suche*. Ohne viel Ablenkung. Weiterlesen