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Artikel mit dem Tag ‘ios’

God of Blades: Bekiffter Muskelprotz

17 Mai

Die Siebziger haben musikalisch große Spuren hinterlassen. Während nackte Oberkörper und lange Haarpracht salonfähig wurden, popularisierten sie auch ein eigenwilliges Subgenre der Rockmusik. Der Progrock nahm einen tiefen Zug am herumgehenden Joint und beschrieb in ausgedehnten Stücken fantastische Abenteuerreisen. Auf die Ästhetik dieser Zeit setzt God of Blades, es wirft uns in die Rolle eines namenlosen Herrschers, der, vom Thron gefallen, mit mystischen Klingen seinen angestammten Platz erstreitet.

Die epischen Fantasielandschaften gängiger Progrock-Alben imitiert das Spiel wunderbar. Zwischen Kitsch und Tolkien-Kunst recken sich Berge in den blauen Himmel, an dem mehrere Sonnen strahlen. Und auch die Musik nimmt die Fäden auf, es wabert, summt und brummt bedeutungsschwanger. Den meditativen Rausch der vergangenen Zeiten fängt God of Blades schön ein. Auch die rudimentäre Story fügt sich stimmig ein, denn, wie der Progrock auch, lebt die Handlung mehr davon, nur ein Gerüst zu bieten, um sich den Rest selbst ausmalen zu können.

Aber God of Blades ist ja auch noch ein Spiel. Eines, dem ich an jeder Ecke anmerkte, wie sehr das Entwicklungsstudio darauf abzielt, das Spiel auch im Drogenrausch noch spielbar zu macheb. Verkauft wird es als 2.5D-seitwärtsscrollendes RPG, was mindestens drei Grade zu laut eingestellte Marktschreierei ist. God of Blades ist nur mit Mühe als RPG anzusehen, denn es gibt allenfalls mal neue Schwerter für unseren Muskelmann. Wenn das ein RPG ist, habe ich gestern doch eine Doktorarbeit in Musikgeschichte auf einem Bierdeckel verfasst. Drehen wir die Lautstärke etwas zurück, bleibt ein passables, aber ungemein simples Renn-Hack’n'Slay. Anders als in den ausufernden Texten der Progrocker steckt hier kaum Tiefgang drin. Der Schwertkämpfer rennt auf seine Gegner zu, zerschlägt sie mit seinen drei Attacken und einer Parade. Verschiedene Gegner benötigen leicht unterschiedliche Kampfstile und gutes Timing. Das war’s. Ich habe nichts übersehen.

God of Blades taugt zu einem ordentlichen Zeitvertreib, reißt mich aber sonst nicht aus dem Sitz. Die atmosphärisch gelungene Präsentation kann die einschläfernde Wirkung des Spiels auf Dauer auch nicht verhindern. Hinzu kommt die unzulängliche Genauigkeit, die auf schwächeren Geräten gerade das vorausgesetzte Timing konterkariert.

 
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Pudding Monsters: Überzuckerte Monotonie

16 Mai

Von Zeptolab kamen bislang Spiele, vor denen die selbsternannten Coregamer davonliefen, trugen die Spiele aus der Reihe Cut the rope doch mit viel gutem Spieldesign zur Casualisierung bei. Vor einigen Monaten veröffentlichte Zeptolab ein Spiel, das nicht mehr mit Om Nom aufwartete.

Auch bei Pudding Monsters übertreiben die Entwickler den grafischen Zuckerguss beinahe schon, vielleicht wollten sie aber auch nur die spielerisch fade Gestaltung übermalen. Das Spiel packt einfach nicht, seine Substanz entspricht der, seiner wackeligen Protagonisten. Über den Küchentisch soll ich sie schieben, sie zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Zeptolab belebt damit das Sokoban-Prinzip der Schieberätsel zu einem wenig beeindruckenden Zeitvertreib.

Innovation ist nicht die Sache der meisten Casual Games, doch machten sie alte Konzepte, die schon in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts kopiert wurden, zu massentauglichen Spielen. Pudding Monsters folgt einem einfachen Mechanismus, der von Level zu zaghaft ergänzt wird. Die Spielidee hat aber bei Pudding Monsters schon eine gewisse Eintönigkeit, der Funke springt aber besonders wegen der ungelenken Umsetzung nicht über. Es wirkt, als hätte Zeptolab die Mechanismen nicht hinlänglich ausgereizt, sodass viele Aufgaben repetitiv wirken oder schlimmstenfalls nur mühselig durch blindes Raten gelöst werden können. Pudding Monsters motiviert mich nicht.

 
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Bee Leader: Stachellos

08 Mai

Ich muss jetzt mal wieder auf dem iPhone ausmisten, da sich dort die Spiele türmen. Erwartungsgemäß können nicht viele Perlen dabei sein, wenn ich etwas wahnhaft Games gehortet habe. Bee Leader ist so ein typisches Casual Game, das kompetent gemacht ist, aber auch nicht mehr ist, als ein Appetithappen.

Als hungrige Biene surre ich also durch sie Welt, möglichst viel Nektar soll ich sammeln. Ja, süß ist das Ziel des Spiels und süß sieht es auch aus. Knifflig ist es auch, stehen der leichten Nektarsuche feindliche Insekten, aber auch Unwetter im Wege. Ärgerlich ist aber die Frickelei, denn meine fleißige Biene will sich meinem Willen nicht immer unterordnen. Sie fliegt nicht wirklich flüßig durch die Welt, hört dann mal nicht auf mich oder ist übereifrig schnell. Steife Finger hatte ich von Bee Leader, der Spaß war da, hielt sich aber in Grenzen.

 
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Rayman Jungle Run: So flauschig, ich will sterben

03 Mai

So rasant wie Rayman Jungle Run wollte ein Sonic immer sein, war es lange Zeit allerdings nicht. Rayman selbst war bisher nicht mein Fall. In diesem mobilen Spiel kommt der fidele Pixelhaufen wie es wohl seine Art ist ganz ohne Extremitäten aus, nimmt aber trotzdem Fahrt auf.

Das Spiel ist alleine schon eine Empfehlung wert, weil es so wunderbar designt ist. Rayman rauscht durch ein wahres Bilder Meer. Mehr als ein Mal ist es passiert, dass ich den Flitzer im wahrsten Sinne des Wortes über die Klippe springen ließ, als mrin Blick an den fantastischen Kulissen einen Bruchteil einer Sekunde zu lang haftete, als dass ich Rayman noch hätte helfen können. Das Team wirft hier mit Farben um sich, am Ende stimmt alles.

Hinter dem Farbenrausch steckt doch noch mehr erstklassiges Design. Rayman spielt sich als kontextsensitiver One-Touch-Plattformer wie aus einem Guss. Die Level fordern dabei alles ab, die präzise Steuerung last dabei kaum Frust aufkommen. Nach den ersten beiden Welten kam bei mir dann ein Bruch, denn mit einem Mal wurde auch noch eine zweite Touchaktion eingeführt. Das folgende Umdenken bei meiner Spielweise bremste mich merklich aus. Hatte ich mich nach einer halben Stunde an die neuen Bedingungen gewöhnt, stieg der Spaß wieder auf das Höchstniveau an, das Rayman Jungle Run zuvor schon erreicht hatte.

Als Plattformer auf mobilen Geräten ist RAYMAN Jungle Run eine Referenz, die selbst die besten Titel nur schwer erreichen werden. Es ist fordernd, teils einfach unerträglich schwer, fühlt sich aufgrund des perfekten Designs nie unfair an. Die Entwickler speisen das Spiel auch noch mit ebenso gelungenen Zusatzleveln, die kostenlos zur Verfügung stehen, dass hier ein rundum großes Paket abgeliefert wird

 
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CARROT: Gibt dir Tiernamen

02 Mai

Normal ist das sicher nicht, kann es auch nicht sein, denn keine normale To-do-App würde mir stolz verkünden: "My recent takeover of Luxembourg’s defense network has allowed me to add additional processor capacity. Now I’ll boot up much faster for you." Und ebensowenig normal ist es, wenn die App nun tatsächlich etwas schneller ist. Überhaupt ist CARROT sehr mit sich selbst, manchmal mit mir, gerne auch mit meiner virtuellen Katze und seltener mit meinen Aufgaben beschäftigt. CARROT rühmt sich, eine To-Do-App mit Persönlichkeit zu sein. Und genau das ist sie, wenn sie mich beleidigt, dann urplötzlich wieder stolz auf mein Tagwerk ist und mich mit Geschenken überhäuft. CARROT ist ein lästiges, nervtötendes Arschloch. Will so etwas zur App haben? Nicht wirklich.

Als To-Do-App taugt CARROT gerade wegen des hochtrabenden Konzeptes, eine KI vom Schlage HAL 9000 oder GlaDOS sein zu wollen, einfach nicht. Als Experiment ist es nicht unterhaltsam genug. Die Funktionalität, da fängt es schon an, durchläuft einige Metamorphosen, CARROT wächst sich, sofern ich es kontinuierlich mit erledigten Aufgaben zufriedenstelle, von einer simplen Liste einzelner Aufgaben zu einem kleinen Kalender samt Erinnerungen und wiederkehrender Aufgaben aus. So gesehen bietet CARROTs gamifizierter Teil tatsächliche Belohnungen, doch wird damit auch die App unbrauchbar, weil ich mich nicht auf ihre Funktionen einstellen kann. Es ist eben etwas anderes, ob ich einen Film sehe, der seine Spannung aus dem erratischen Verhalten einer KI zieht, oder meine Aufgabenplanung einer instabilen Pseudo-Persönlichkeit überlasse.

CARROT will aber sowohl nützlich wie originell sein, scheitert aber an den eigenen Ansprüchen. Es ist tatsächlich nervtötend, zu erfahren, dass die App eine geschlagene Woche absichtlich langsamer war, als sie sein musste. Oder dass ich lästig Aufgaben kopieren musste, um sie wiederholen zu können, weil der "Bonus" der Wiederholungsaufgaben noch nicht erspielt wurde. Dabei dröhnte mich die App in jeder Handlung so penetrant laut an, dass die Stummtaste mein bester Freund wurde. CARROT ignoriert nämlich einfach Lautstärkeeinstellungen. Volles Rohr oder gar nicht, etwas anderes kennt CARROT nicht. Beim ersten Mal ist es ja vielleicht noch witzig, wie etwa die abstrusen Captchas oder die Mordphantasien, doch schon beim nächsten Mal ist es schon abgestanden.

Dabei muss ich fast sagen, dass CARROT beileibe nicht so schlau ist, wie es sich ausgibt, denn nach einer halben Stunde eingehackter und sofort abgehakter Sinnlosaufgaben, hatte ich CARROT auf einem Funktionsumfang, der mir brauchbar erschien. Aber wozu das alles?

Nur, um ein In-App-Purchase-Minenfeld zu kreieren? Denn CARROT ist eine über den Vorwand der widerwilligen KI eine verstümmelte To-Do-App. Aber das ach so elaborierte Konzept, auf das so große Stücke gehalten werden, kann natürlich umgangen werden, wenn mit insgesamt nicht gerade wenigen IAP Geld auf CARROTs Entwickler geworfen wird. Und ja, ich habe den Gag der App verstanden. Gerade deswegen fühle ich mich ja so verarscht. CARROT ist eben keine tatsächlich brauchbare Produktivitätsanwendung und zur gleichen Zeit nur ein müder Gag, der sich als Gamification-Experiment tarnt. Es ist mir egal, dass es mit Augenzwinkern geschieht, es ist einfach nutzlos, mich spontan mit mau geschriebenen Sprüchen über das Notification Center zu beschimpfen. Denn am Ende bleibt es trotzdem Spam, und wenn ich den Spam abschalte, bleibt nicht genug Funktionalität übrig, um zu rechtfertigen, warum ich überhaupt eine App kaufen soll, die selbst nach vielem Freischalten mit weniger Funktionalität als Apples eigene Erinnerungen aufwarten kann und diesen Mangel an Funktionen auch noch mit Publikumsbeschimpfungen rechtfertigt. Das sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen: CARROT kann am Ende weniger als der schlechte Witz von einer App namens Erinnerungen. Ehrlich, weniger als Erinnerungen. Dafür schenkt CARROT mir aber eine ASCII-Art-Katze, die wir füttern dürfen. Ich bin raus. Danke, aber nein danke.

 
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QuestLord: Let’s Play Fetch Quest

26 Apr

QuestLord gibt ein Versprechen, ein von lebendiger Nostalgie befeuertes Versprechen, dem ich nicht widerstehen konnte. Als gebranntes iOS-Kind, scheue ich mittlerweile erst wieder zurück, zu oft bin ich von nostalgischen Anflügen hinters Licht geführt worden. Von diesen berechnenden Entwicklern, die allen Ernstes glauben machen wollen, Pixelgrafik und Blechdosensound könnten die schlechten Retro-Versuche allein mit den Erinnerungen an frühe Meisterwerke antreiben. Ich will nicht wieder und wieder eine meiner kostbaren Erinnerungen verschwenden müssen, um mir dreiste Trittbrettfahrer meiner Kindheitserinnerungen schön zu reden. Und so kam es, dass ich QuestLord anfangs misstraute, denn auch nur andeutungsweise auf Klassiker wie Eye of the Beholder, Bard’s Tale Wizardry oder Might & Magic zu verweisen, weckt Erwartungen. Im Gegensatz zu vielen Reinfällen hält QuestLord in manchen Bereichen ein, was es verspricht. Wirklich glücklich bin ich aber immer noch nicht.

Der Minimalismus von QuestLord hat seine schönen Seiten. Der Retro-Look etwa passt hervorragend zu dem Typ Spiel, das Entwickler Eric Kinkead wohl vorschwebte. Über diesen Aspekt hinaus ist der einfache Ansatz des Spiels nur noch ein skelettierter Rumpf eines Rollenspiels. Es gibt keine Party verschiedener Charaktere, und auch die Klassen unseres einzelnen Helden sind bescheiden. Mit Nahkampf, Fernkampf und Magie sind gerade mal die Basisklassen spielbar, die ein RPG braucht, um halbwegs als solches durchgehen zu können. So spartanisch ist auch das Inventar, da wären ein paar Nahrungsmittel, wenige Waffen, Questgegenstände und ein paar Zaubersprüche. Die ganze Welt von QuestLord ist nach dem Prinzip aufgebaut, gerade genug von allem zu bieten, um überhaupt als Abenteuerwelt durchzugehen.

Im Rogue-like-Modus mag das ja noch durchgehen, im Story-Modus ist das zu wenig. Da ist eine Welt, die zwar prinzipiell frei begehbar ist, aber kaum einen Grund bietet, sie zu erforschen. Es ist eine kalte, starre, von seelenlos wirkenden Wesen bevölkerte Welt.

Ich hatte sicherlich auch meinen Spaß mit QuestLord, doch sind diese wirklich spannenden Momente von unzähligen Stunden überdeckt, in denen ich mich durch klinisch tote Dungeons hackte, um eine weitere Fetch-Quest zu absolvieren. Da kann Kinkead die Isolation und das Backtracking noch so sehr als Feature verkaufen, die Monotonie des hilflosen Umherirrens ist kein faszinierendes Spielerlebnis. Dann es ist die Welt von QuestLord eben per Design wirr und öde. Dass es so sein soll, sagt über die Qualität herzlich wenig aus.

 
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EpicWin: Mein Alltag als Abenteuer

24 Apr

Ich wünsche es mir ja anders, das schreibt sich so leicht, es ist nun aber mal so, dass ich meinen Allerwertesten für alltägliche Erledigungen nicht in Bewegung setzen kann. Ich kann kein Einzelfall sein, denn seit Jahrzehnten feilt die Spieleindustrie an den neuronalen Belohnungssystemen ganzer Generationen der Menschheit. Zumindest in den Teilen unserer Erde, die wir als industrialisiert bezeichnen, wird die Zufriedenheit in digitalen Trophies und Badges, kleinen Fleißpunkten im mentalen Klassenbuch gemessen. So auch ich. Mein Hirn folgt nur noch dem Versprechen der Belohnung, dieser zerebrale Esel. Ist es nun gut oder schlecht? Ich weiß es nicht, nur dass es ohne Helferlein wie EpicWin bei mir nicht mehr geht.

Dabei zeigt EpicWin schon die Perfidie des Denkmusters namens Gamification. Die lästigen, wiederkehrenden Aufgaben des alltäglichen Lebens sind mühselig, sie versprechen auch kaum Genugtuung, was die Währung der Gamifzierten ist. So stülpt EpicWin dem Ganzen ein RPG-Gewand über. Und schon klappt es.

Da verteile ich für meine Aufgaben Erfahrungspunkte auf Fertigkeiten wie ‘Stamina’, ‘Strength’ oder ‘Spirit’, die meinen Avatar prägen. Das hat durchaus den Vorteil, auf einen Blick zu erkennen, dass mein Avatar zwar brav auflevelt, aber beispielsweise in der Fertigkeit ‘Social’ noch sehr schwach ist. Es wird also Zeit, wieder mehr Kontakte zu knüpfen. Wie verdreht mein Gehirn mittlerweile ist, zeigt schon die eigentlich schwache Belohnung, die EpicWin bei Aufstiegen ausschüttet. Es sind nur skurrile Items mit lustigen Namen. Sie sind aber eigentlich zu nichts zu gebrauchen und doch ist der Akt, eine Erinnerung an den Hausputz zum Klang anschwellender Musik nicht nur zu erledigen, sondern ein Abenteuer zu bestehen, gut genug, um meinem Hirn das Gefühl zu vermitteln, etwas geleistet zu haben.

Eigentlich ist dies also weniger ein Text über EpicWin, als einer über das zwanghafte Verhalten eines Gamifizierten, der von einem mit spielerischen Elementen versetzten Aufgabenplaner halbwegs zur Disziplin angehalten wird. Wenn ich es mir richtig überlege, ist es eine traurige Angelegenheit. Doch so tickt es nun einmal, mein Gamer-Hirn. Aber andere haben ihre Pomodoros oder GTD, ich habe derzeit einen Marginally Decomposed Undead Minion.

 
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KyPass Pro: Nicht genug

23 Apr

Ohne Keepass geht bei mir nichts, leider gibt es derzeit aus meiner Sicht keine endgültig zufriedenstellende iOS-App, mit der ich meine Passwort-Datenbank absolut komfortabel verwenden könnte. KyPass Pro ist kein Desaster wie manch andere App, wird meinen Favoriten PassDrop aber nicht verdrängen.

Keine der KeePass-nutzenden Apps sieht auch nur ordentlich aus, da kann ich KeePass aus der abschreckenden Optik keinen Strick drehen. Die inneren Werte betont KyPass Pro, doch sind diese nur das Übliche. Im Grunde verfügt die App gerade mal über alle Grundfunktionen, um die Datenbank zu verwalten. Das Pro steht etwa vor allem für einen Passwortgenerator, der (pseudo-)zufällige Passwörter in neuen Einträgen erstellt. Das ist eine reichlich karge Rechtfertigung für den Pro-Zusatz. KyPass Pro scheitert für mich allerdings schon an der Dropbox-Synchronisation. Sie funktioniert eigentlich zuverlässig, sofern sie erst einmal eingerichtet wurde. Aber spätestens als mir kein Weg einfiel, innerhalb des Sync-Ordners eine neue Datenbank zu erstellen, war es für mich vorbei. Ohne Umwege über andere Rechner ging es nicht.

Auch fehlt mir immer noch ein gewisses Maß an Vertrauen, denn hin und wieder sind Einträge nicht übernommen worden oder Eingabefelder auf einmal leer gewesen. Reproduzieren konnte ich diese Fehler aber nicht. Dennoch ist für mich gerade wegen der derzeit umständlichen Synchronisation ein Wechsel zu KyPass Pro unwahrscheinlich.

 
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Dominion: Muahahaha

19 Apr

Gewisse Bedenken kommen bei dem Szenario auf, denn es ist einerseits abstrahierte Menschenverachtung. Aber das ficht mich nicht an, dann strebe ich eben nach Weltherrschaft. Im Spiel, alles nur ein Spiel. Dominion ist ein Klon des Brettspiel-Klassikers Risiko, ist aber eine Spur komplexer.

Das Prinzip ist aber dasselbe. Armeen über eine Karte verschieben, fremde Länder einnehmen bis das Ziel erreicht ist. In der Basisvariante ist es die Weltherrschaft oder ein Kontinent. Dominion verfügt über eine Vielzahl an Karten, die strategisch gewisse Eigenarten haben, das Spielprinzip bleibt gleich. Anders im Modus für Fortgeschrittene, denn da gibt es zufällige Zielvorgaben. Das verlangt schon etwas mehr Planung im Wettstreit mit den sehr ordentlichen KIs oder online gegen menschliche Gegner.

Vor allem die vielen Optionen, die vor Spielbeginn gewählt werden können, machen Dominion aus. Die etwas in die Jahre gekommene Spielmechanik ist entstaubt, auftrumpfen kann sie nicht mehr. Gute Grafik oder Musik ist auch nicht zu erwarten, lediglich ein gut umgesetztes Spiel für kurze Zugfahrten oder Pausen.

Bild: iTunes

 
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Daedalus Touch: Alles so schön schwarz hier

17 Apr

Im Gegensatz zu Nostromo hat Daedalus bessere Überlebenschancen im Revier meiner zahlreichen Apps zur Textverarbeitung. Daedalus Touch schließt eine Lücke in meiner iOS-Schreibwerkstatt, die ich bislang nicht recht unter Kontrolle halten konnte. Bei mir hat sich ein Ablauf eingestellt, bei dem ich Notizen zu Spielen und anderem in Clear aufnehme und sortiere, daraus in iA Writer Blogartikel mache, diese wiederum hieve ich via Poster ins Blog. Fertig ist die Laube. Eigentlich.

Der Haken daran ist mein zwanghafter Drang, alle Notizen archivieren zu wollen. Clear lässt mich da im Regen stehen, denn es ist wunderbar zu navigieren und es ist ein Spaß, Listenelemente hin oder her zu schieben, je nach Wichtigkeit. Exportieren der Listen erlaubt Clear allerdings nicht. Diese Schmerzen habe ich gerne in Kauf genommen, sobald aber Daedalus bei mir landete, fiel der Groschen.

Auch wenn es als die Neuerfindung des Rads angepriesen wird, halte ich die "innovative" Dokumentenverwaltung von Daedalus für einen kleinen Trick. Selbstverständlich kommt Daedalus locker ohne Ordner und Dokumente aus, wenn es die Begriffe mal ganz einfach in Stapel beziehungsweise Blätter umbenennt, wobei dies den Vorteil hat, auf eine hierarchische Ordnerstruktur verzichten zu können. Denn was habe ich, wenn ich einen Stapel auf einen anderen lege? Einen größeren Stapel. Insofern wurde hier in wilder Marketingsprache etwas zu dick aufgetragen, um einen Mangel zu kaschieren, der keiner ist. Aber darüber lässt sich leicht hinwegsehen, Daedalus ist als Textverarbeitung für Notizen nämlich gut gelungen.

Ein paar obligatorische Worte muss ich zum Antlitz sagen, das sehr düster des Weges kommt, aber dem Auge auch nicht schadet. Besser ist da schon die gestengesteuerte Oberfläche, durch die meist recht schnell geflogen wird. Ein paar Ecken und Kanten sind noch drin, grobe Schnitzer gibt es aber nicht. Besonders angetan war ich vom Sortieren der Stapel, weil Daedalus am unteren Bildrand eine optische Zwischenablage hat, wo ein paar Blätter Platz haben, um sie in anderen Stapeln abzulegen. Der Editor verfügt außerdem noch über eine Tastaturerweiterung, deren Tasten auch noch nach eigenen Bedürfnissen belegt werden dürfen. Viele kleine Ideen, die aber schnell unersetzlich werden.

Ich nutze nun die Blätter als meine Notizen, die ich nach Belieben anordnen kann. Aber erst durch Daedalus’ Fähigkeiten beim Export meiner Stapel und Blätter wird die App zu einer großen Hilfe. Als spektakulär ist die iCloud-Synchronisation nicht anzusehen, da chronische Unzuverlässigkeit seitens Apples für mich ein Ausschlusskriterium ist. WebDAV wird unterstützt, mangels Gelegenheit habe ich darauf aber kein Auge geworfen. Die Dropbox-Integration ist dann vorbildlich. Daedalus synchronisiert je Stapel entweder manuell oder automatisch, ein Indikator auf dem Deckblatt zeigt die Synchronizität an. So möchte ich es haben. Schnell, unkompliziert und zuverlässig. Es hört da aber noch nicht auf, denn die Stapel und Blätter können als rohe Textdatei abgelegt, aber auch in PDF- und EPUB-Formate exportiert werden. Diese Export-Dateien sehen dabei gar nicht mal so schlecht aus, Daedalus unterstützt eben einfaches Markdown. Allerdings rendert Daedalus dies nirgendwo in der Anwendung selbst, eine Vorschau der Markdown-Formatierung gibt es derzeit also nicht. Ein kleiner Makel.

Daedalus ist eine gute App für grundlegende Textarbeiten. Es gibt ein schlüssiges Konzept, das viel Arbeit abnimmt. Es fehlt manchmal noch der Feinschliff, ist für mich im Moment eine gute Ergänzung. Ich glaube nicht, dass in meinen Workflow auf iOS nun aber noch eine Textverarbeitung passt.

Bilder: iTunes

 
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