Fantastical 2: Bleibt an der Spitze

Auch in seiner jüngsten Inkarnation hat Fantastical gegenüber anderen Kalenderanwendungen auf iOS die Nase vorn.

Äußerlich hat sich die App nun iOS 7 angepasst, aber auch unter der flachen Haube gibt es genug Änderungen. Nun gibt es nämlich auch noch Erinnerungen, womit der Terminkalender seine Funktionalität noch deutlich ausweitet. Im Herzen schlägt aber immer noch Fantasticals Parser. So schnell und einfach in natürlicher Sprache kann ich sonst kaum irgendwo meine Termine und Aufgaben eingeben. Fantastical lässt sich dabei auch noch von anderen Apps über ein URL-Schema fernsteuern, weshalb ich mit meiner Kommandozentrale Drafts es noch einfacher habe, meine Termine zu strukturieren.

CARROT: Gibt dir Tiernamen

Normal ist das sicher nicht, kann es auch nicht sein, denn keine normale To-do-App würde mir stolz verkünden: "My recent takeover of Luxembourg’s defense network has allowed me to add additional processor capacity. Now I’ll boot up much faster for you." Und ebensowenig normal ist es, wenn die App nun tatsächlich etwas schneller ist. Überhaupt ist CARROT sehr mit sich selbst, manchmal mit mir, gerne auch mit meiner virtuellen Katze und seltener mit meinen Aufgaben beschäftigt. CARROT rühmt sich, eine To-Do-App mit Persönlichkeit zu sein. Und genau das ist sie, wenn sie mich beleidigt, dann urplötzlich wieder stolz auf mein Tagwerk ist und mich mit Geschenken überhäuft. CARROT ist ein lästiges, nervtötendes Arschloch. Will so etwas zur App haben? Nicht wirklich.

Als To-Do-App taugt CARROT gerade wegen des hochtrabenden Konzeptes, eine KI vom Schlage HAL 9000 oder GlaDOS sein zu wollen, einfach nicht. Als Experiment ist es nicht unterhaltsam genug. Die Funktionalität, da fängt es schon an, durchläuft einige Metamorphosen, CARROT wächst sich, sofern ich es kontinuierlich mit erledigten Aufgaben zufriedenstelle, von einer simplen Liste einzelner Aufgaben zu einem kleinen Kalender samt Erinnerungen und wiederkehrender Aufgaben aus. So gesehen bietet CARROTs gamifizierter Teil tatsächliche Belohnungen, doch wird damit auch die App unbrauchbar, weil ich mich nicht auf ihre Funktionen einstellen kann. Es ist eben etwas anderes, ob ich einen Film sehe, der seine Spannung aus dem erratischen Verhalten einer KI zieht, oder meine Aufgabenplanung einer instabilen Pseudo-Persönlichkeit überlasse.

CARROT will aber sowohl nützlich wie originell sein, scheitert aber an den eigenen Ansprüchen. Es ist tatsächlich nervtötend, zu erfahren, dass die App eine geschlagene Woche absichtlich langsamer war, als sie sein musste. Oder dass ich lästig Aufgaben kopieren musste, um sie wiederholen zu können, weil der "Bonus" der Wiederholungsaufgaben noch nicht erspielt wurde. Dabei dröhnte mich die App in jeder Handlung so penetrant laut an, dass die Stummtaste mein bester Freund wurde. CARROT ignoriert nämlich einfach Lautstärkeeinstellungen. Volles Rohr oder gar nicht, etwas anderes kennt CARROT nicht. Beim ersten Mal ist es ja vielleicht noch witzig, wie etwa die abstrusen Captchas oder die Mordphantasien, doch schon beim nächsten Mal ist es schon abgestanden.

Dabei muss ich fast sagen, dass CARROT beileibe nicht so schlau ist, wie es sich ausgibt, denn nach einer halben Stunde eingehackter und sofort abgehakter Sinnlosaufgaben, hatte ich CARROT auf einem Funktionsumfang, der mir brauchbar erschien. Aber wozu das alles?

Nur, um ein In-App-Purchase-Minenfeld zu kreieren? Denn CARROT ist eine über den Vorwand der widerwilligen KI eine verstümmelte To-Do-App. Aber das ach so elaborierte Konzept, auf das so große Stücke gehalten werden, kann natürlich umgangen werden, wenn mit insgesamt nicht gerade wenigen IAP Geld auf CARROTs Entwickler geworfen wird. Und ja, ich habe den Gag der App verstanden. Gerade deswegen fühle ich mich ja so verarscht. CARROT ist eben keine tatsächlich brauchbare Produktivitätsanwendung und zur gleichen Zeit nur ein müder Gag, der sich als Gamification-Experiment tarnt. Es ist mir egal, dass es mit Augenzwinkern geschieht, es ist einfach nutzlos, mich spontan mit mau geschriebenen Sprüchen über das Notification Center zu beschimpfen. Denn am Ende bleibt es trotzdem Spam, und wenn ich den Spam abschalte, bleibt nicht genug Funktionalität übrig, um zu rechtfertigen, warum ich überhaupt eine App kaufen soll, die selbst nach vielem Freischalten mit weniger Funktionalität als Apples eigene Erinnerungen aufwarten kann und diesen Mangel an Funktionen auch noch mit Publikumsbeschimpfungen rechtfertigt. Das sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen: CARROT kann am Ende weniger als der schlechte Witz von einer App namens Erinnerungen. Ehrlich, weniger als Erinnerungen. Dafür schenkt CARROT mir aber eine ASCII-Art-Katze, die wir füttern dürfen. Ich bin raus. Danke, aber nein danke.

Task – Etwas mehr als ein Klon

Was ist mit Clear los, habe ich mein Theme umgestellt? Dieser erste Eindruck drängt sich bei dem Aufgabenplaner Task förmlich auf, denn die App muss in denselben Zaubertrank gefallen sein.

Was ist mit Clear los, habe ich mein Theme umgestellt? Dieser erste Eindruck drängt sich bei dem Aufgabenplaner Task förmlich auf, denn die App muss in denselben Zaubertrank gefallen sein.

Wie Task genutzt wird, ist letztlich für alle einfach, die Clear haben. Die App besteht im Kern aus einer endlosen Liste, in der alle Aufgaben und Termine chronologisch angeordnet sind, keine Unterlisten (bis auf eine, dazu komme ich später) oder Menüs, die Verwirrung stiften. Die Aufgaben im Strom der Zeitleiste sind dabei etwas mehr als die Listeneinträge in Clear, sie können mit Erinnerungen versehen und als wichtig markiert werden. Der Unterschied, der wesentliche zumindest, ist also die Kalender- und Erinnerungsfunktion.

Wenn man schon klont, dann wie bei Task mit sinnvollen Ergänzungen und ordentlicher Umsetzung. Wie Clear ist auch Task ein Vorbild an lupenreiner Benutzerführung. Lediglich die Liste für erledigte oder in der Vergangenheit liegende Termine wurde umständlich versteckt, das ist besonders irritierend, scheinen unerledigt verstrichene Aufgaben doch urplötzlich ins Nichts zu wandern, bevor sie in der ominösen, nicht auf Anhieb ersichtlichen Vergangenheitsliste einsehbar sind.

Anfangs dachte ich, mich zwischen beiden Apps entscheiden zu müssen, mittlerweile verwende ich sie ergänzend zueinander. Fraglich bleibt aber, ob sich Task bei mir dauerhaft als To-Do-Liste durchsetzen kann, ich vermisse die Möglichkeit zur Aufgabenwiederholung derzeit zu sehr. Andererseits ist die Anwendung so überzeugend einfach und elegant, ich möchte sie nicht leichtfertig abschreiben.

Organisation mit Web-Apps: So sieht es aus

Der erste Teil war ja mehr eine Ankündigung. Mittlerweile konnte ich die häufigsten und wichtigsten Tools mal zusammenstellen. Es ist das erste Mal, dass ich mir dessen bewusst werde, was ich da womit mache. Für mich war das schon sehr erhellend. Weiterlesen

Organisation mit Web-Apps: Die Cloud, dein Freund

Wie organisiere ich mich eigentlich? Mir ist es bisher nicht bewusst aufgefallen, doch ist klar, dass ich täglich eine Menge an Daten für unterschiedliche Zwecke jongliere: Bloggen, Studium, Arbeit und das Bloggen. Es ist eigentlich verwunderlich, wie das überhaupt zu bewerkstelligen ist. Um mir selbst einmal bewusst zu machen, wie viel ich tatsächlich bearbeite, will ich das hier einmal – halbwegs ordentlich – darstellen.

Ohne moderne Technik wäre es schlicht nicht möglich, diese Menge zu verarbeiten, ohne mich gehetzt oder gestresst zu fühlen. Wichtigstes Glied in der Kette ist mit Sicherheit das Internet – auf allen verfügbaren Geräten. Nahezu alle Apps, die ich verwende, beruhen auf oder sind Netzanwendungen. Die Cloud ist also mein bester Freund, wenn es um die Organisation geht. Weiterlesen