Linkgebliebenes 12: Mehr #LSR wagen

Oberste Bürgerpflicht ist die Gesetzestreue, im buchstäblichen Sinne. Auch kultprok wäre nicht kultprok, bliebe ich hier nicht der bundesrepublikanischen Gesetzeslage treu ergeben. Bürgerwehr kultprok meldet vorauseilend-gehorsamst Gewehr bei Fuß zum Schutze der vierten Säule der Demokratie, auch wenn diese Säule in letzter Zeit kaum tragend wirkt. Aber für republikanische Statik ist die Bürgerwehr kultprok nicht zuständig, wundert sich also nicht weiter, dass diese vierte Säule neben dem Pantheon der Demokratie steht und nur hübsch aussieht. Eigentlich nicht mal das, aber auch da will sich kultprok nicht aus dem Fenster lehnen. Zur weiteren Pflicht der ordnungsgemäßen Link-Umschau.

Unter dem Titel Xxx xxxxx xxxxxxxxxx ist bei xxxx.de ein spannender Artikel zur Verhaltensforschung an Primaten und den Folgen von unsachgemäßer Anthropomorphisierung einerseits wie auch des Verifikiationsstudiensdrucks im Wissenschaftsbetrieb.

Ebenfalls auf xxxx.de ein anrührender Artikel über Leben, Leiden, Wirken und Tod einer Kriegsreporterin. Mit Sicherheit ist Xxx Xxxx, xxx xxxxx xxxxxx die Schilderung eines waghalsigen Jobs zwischen Berufung, Aufklärung und Rücksichtslosigkeit, der das Feigenblatt der Existenzberechtigung ist, für den sich sportbegeisterte Boulevardisten einen Presseausweis besorgen und schwitzenden Menschen Mikros unter die Nase halten.

Nun aber zu den eigentlich seichteren Themen, denn auch hier tun sich Abgründe auf, wie etwa schon wieder xxxx.de mit Xxxxxxx, xxx xxx Xxxxxxx xxxxxxxx zu berichten hat: Die Casting-Flut im deutschen Fernsehen produziert nicht nur Unterhaltung mit kurzem Haltbarkeitsdatum, sondern monetarisiert die Kandidatinnen und Kandidaten brutalst, lässt sie aber auf Kosten und Image alleine sitzen.

Auf der Produktionsseite sieht das nicht anders aus, da werden dann prekär beschäftigte Menschen in ihrer Arbeitslosigkeit immerhin noch mit güldenen Statuetten gewürdigt. Da regt sich wegen Xxx Xxxxxxxxxxxx-Xxxxx xxxx "Xxxx xx Xx" Protest, berichtet xxxxxxxxxxxx.de.

Gut, dass wir darüber gesprochen haben. Das fühlt sich schon sehr organisch an, wie hier die Informationen ausgetauscht werden können. Freie Medienlandschaften machen frei, der Beweis ist endgültig erbracht.

ZEIT ONLINE: Im Prinzip eine feine Sache die API, aber…

Sehe ich das richtig, die Im November letzten Jahres gestartete API von ZEIT ONLINE bietet alles bis auf eine Volltextsuche? Da kann ich mir lange die Augen reiben, die Lizenz klingt so:

Die Speicherung und Ausgabe des Volltexts von Artikeln ist zum derzeitigen Stand nicht möglich. Bitte beachten Sie, dass die Beiträge unserer Autoren dem Schutz des Urheberrechts unterliegen. Falls Sie ein Projekt auf Grundlage von Volltextübernahmen planen, möchten wir Sie bitten, mit uns Kontakt aufzunehmen. Es gelten die Allgemeinen Nutzungsbedingungen von ZEIT ONLINE. Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.

Ich will ja nur suchen, nicht wiedergeben oder speichern. Dann schaue ich mir mal die Endpoints an. Da ich Volltexte durchsuchen will, klingt Content doch genau richtig. Doch die Inhalte werden nicht durchsucht, wenn ich es richtig sehe, allenfalls eine Zusammenfassung kommt dabei rum. Bei den Keywords ist mein Vertrauen auch nicht so groß, dass mehr als nur die relevantesten Begriffe ausgewertet werden können. Im wahrsten Sinne des Wortes ist es nicht, was ich suche.

Auf Anforderung gibt es da Möglichkeiten? Nicht meine Sache. So schön eine API für eine der renommiertesten Wochenzeitungen Deutschlands ist, mit der Beschneidung des reizvollsten Datenbestandes, alleine schon nur zur Auswertung, bleibt die API zwischen Datenfreizügigkeit und Urheberrechtsschranken gefangen. Und ehrlich, der trockene Hinweis auf die Urheberschaft der Autorinnen und Autoren lässt Schlimmes erahnen, sollte das Leistungsschutzrecht, wovon auszugehen ist, kommen. Ich benutze keine API, die mir jeder Zeit juristisch eins um die Ohren hauen kann.

So viel dazu, bevor ich einen API-Key hole, wenn ich einen hole sollte.