Der Pate – Teil 2

Was soll ich sagen, der erste Teil hatte mich entgegen meiner nicht sehr hohen Erwartungen gepackt, da gebe ich mir doch den zweiten Teil. Nun ist es genau andersherum. Ich gab dem Film ein wenig Vorschusslorbeeren, doch hielt der zweite Teil nicht, was er versprach.

Der erste war mir ein wenig zu klein, auf die Familie fokussiert. Mir war nach dem Film zwar bewusst, dass die Corleones groß waren, ihre Probleme waren es aber nicht wirklich. Der zweite Teil zieht hier die Perspektive groß auf. Politische Verwicklungen auf Kube vor der Machtübernahme durch die Kommunisten, Ränkespiele der Familien um die Vorherrschaft und Ermittlungsverfahren gegen Michael Corleone.

Coppola erzählt weiterhin wuchtig von den rassistischen und sexistischen Italo-Amerikanern um Michael Corleone, also der Teil, der in den Untergrund abdriftete. Schließlich löst sich die Familie spürbar auf, zerfällt. Bis Michaels Rachlust sie buchstäblich zerreißt. Das ist spannend inszeniert. Doch bleiben wenige Momente in Erinnerung. Diane Keaton hat einen großen Auftritt und kann mit Pacino mithalten. Was wichtig ist, da ihre Figur die einzige ist, die ihm tatsächlich zusetzen kann. Auch wenn es seinen Preis hat, diesem manischen Don, der mehr durch blutige Taten als durch kluge Worte spricht, die Stirn zu bieten.

Was allerdings der seltsam heroische Auftritt De Niros als junger Vito im Film zu suchen hat, ist mir ein Rätsel. Zu sporadisch werden diese prequelesken Szenen eingefügt, um tatsächlich etwas erklären zu können. Dass Michael sein Lieblingssohn war, ist schon aus dem ersten Teil bekannt. Dass Vito als Rächer der Armen zum Don aufstieg, ist mir zu pathetisch.

Der Fisch ist ein sizilianisches Angebot, das die Cannelloni nicht ablehnen können

Es sind Mafia-Wochen, ohne dass es geplant war. Sofort wurde die nächste große Bildungslücke geschlossen: Der Pate. Es gibt dazu nicht viel zu sagen. Hat der Film mich gepackt. Nach einer halben oder Dreiviertelstunde auf jeden Fall, genauer: nach dem Hollywood-Produzenten-Pferdekopf-Murks. An diesem Punkt war ich kurz davor, mich vor Lachen und Fremdscham zu verdrehen. Danach stimmte alles. Weiterlesen

Goodfellas

Pünktlich zum Lumière-Tag stand eine Bildungslücke auf dem Plan: Martin Scorseses Goodfellas. Aus verschiedenen Gründen habe ich den Film bisher nicht gesehen. Der erste ist der, dass ich mich nicht für Mafia- oder Gangsterfilme erwärmen konnte. Zweitens habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu den Filmen Scorseses. Weiterlesen