This is Ayn Rand preaching (2/2)

Just wenn Rand sich auf dem philosophischen Gipfel angekommen wähnt, der Objektivismus ein für alle Mal in seine wesentlichen Argumenten nachvollziehbar begründet sei, bricht sich großes Pathos im finalen Satz des Kapitels (siehe Anmerkungen unter Zitate) Bahn:

[59] I swear – by my life and my love for it – that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine.

In den Ohren ihrer Verfechter klingt dieser Satz noch nach, wie auch in denen ihrer Widersacher und Kritiker. Der Satz ist die einfachste Formel der Rand’schen Ontologie, im selben Atemzug ihr epistemologisches Vermächtnis und obendrein von ihrer Schöpferin als ultimative und einzige moralische Formel angesehen, die Gerechtigkeit unter den Menschen zu schaffen vermag. Ein Schwur mit eingewobener apodiktischer Wirkung. Ihm zu widersprechen, führe zum Niedergang der menschlichen Zivilisation wie des Selbst. Doch schon die Unterlassung des Schwures führe letztlich zum selben Ergebnis.

Verlockend wie es ist, dieser Satz allein kann nicht hinreichend angegriffen werden, um Rands Hypothesen zu entkräften, er ist Stellvertreter eines theoretischen Modells, nicht dessen vollumfassender Schluss. Aber wie genau kommt Rand dazu?

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