CARROT: Gibt dir Tiernamen

Normal ist das sicher nicht, kann es auch nicht sein, denn keine normale To-do-App würde mir stolz verkünden: "My recent takeover of Luxembourg’s defense network has allowed me to add additional processor capacity. Now I’ll boot up much faster for you." Und ebensowenig normal ist es, wenn die App nun tatsächlich etwas schneller ist. Überhaupt ist CARROT sehr mit sich selbst, manchmal mit mir, gerne auch mit meiner virtuellen Katze und seltener mit meinen Aufgaben beschäftigt. CARROT rühmt sich, eine To-Do-App mit Persönlichkeit zu sein. Und genau das ist sie, wenn sie mich beleidigt, dann urplötzlich wieder stolz auf mein Tagwerk ist und mich mit Geschenken überhäuft. CARROT ist ein lästiges, nervtötendes Arschloch. Will so etwas zur App haben? Nicht wirklich.

Als To-Do-App taugt CARROT gerade wegen des hochtrabenden Konzeptes, eine KI vom Schlage HAL 9000 oder GlaDOS sein zu wollen, einfach nicht. Als Experiment ist es nicht unterhaltsam genug. Die Funktionalität, da fängt es schon an, durchläuft einige Metamorphosen, CARROT wächst sich, sofern ich es kontinuierlich mit erledigten Aufgaben zufriedenstelle, von einer simplen Liste einzelner Aufgaben zu einem kleinen Kalender samt Erinnerungen und wiederkehrender Aufgaben aus. So gesehen bietet CARROTs gamifizierter Teil tatsächliche Belohnungen, doch wird damit auch die App unbrauchbar, weil ich mich nicht auf ihre Funktionen einstellen kann. Es ist eben etwas anderes, ob ich einen Film sehe, der seine Spannung aus dem erratischen Verhalten einer KI zieht, oder meine Aufgabenplanung einer instabilen Pseudo-Persönlichkeit überlasse.

CARROT will aber sowohl nützlich wie originell sein, scheitert aber an den eigenen Ansprüchen. Es ist tatsächlich nervtötend, zu erfahren, dass die App eine geschlagene Woche absichtlich langsamer war, als sie sein musste. Oder dass ich lästig Aufgaben kopieren musste, um sie wiederholen zu können, weil der "Bonus" der Wiederholungsaufgaben noch nicht erspielt wurde. Dabei dröhnte mich die App in jeder Handlung so penetrant laut an, dass die Stummtaste mein bester Freund wurde. CARROT ignoriert nämlich einfach Lautstärkeeinstellungen. Volles Rohr oder gar nicht, etwas anderes kennt CARROT nicht. Beim ersten Mal ist es ja vielleicht noch witzig, wie etwa die abstrusen Captchas oder die Mordphantasien, doch schon beim nächsten Mal ist es schon abgestanden.

Dabei muss ich fast sagen, dass CARROT beileibe nicht so schlau ist, wie es sich ausgibt, denn nach einer halben Stunde eingehackter und sofort abgehakter Sinnlosaufgaben, hatte ich CARROT auf einem Funktionsumfang, der mir brauchbar erschien. Aber wozu das alles?

Nur, um ein In-App-Purchase-Minenfeld zu kreieren? Denn CARROT ist eine über den Vorwand der widerwilligen KI eine verstümmelte To-Do-App. Aber das ach so elaborierte Konzept, auf das so große Stücke gehalten werden, kann natürlich umgangen werden, wenn mit insgesamt nicht gerade wenigen IAP Geld auf CARROTs Entwickler geworfen wird. Und ja, ich habe den Gag der App verstanden. Gerade deswegen fühle ich mich ja so verarscht. CARROT ist eben keine tatsächlich brauchbare Produktivitätsanwendung und zur gleichen Zeit nur ein müder Gag, der sich als Gamification-Experiment tarnt. Es ist mir egal, dass es mit Augenzwinkern geschieht, es ist einfach nutzlos, mich spontan mit mau geschriebenen Sprüchen über das Notification Center zu beschimpfen. Denn am Ende bleibt es trotzdem Spam, und wenn ich den Spam abschalte, bleibt nicht genug Funktionalität übrig, um zu rechtfertigen, warum ich überhaupt eine App kaufen soll, die selbst nach vielem Freischalten mit weniger Funktionalität als Apples eigene Erinnerungen aufwarten kann und diesen Mangel an Funktionen auch noch mit Publikumsbeschimpfungen rechtfertigt. Das sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen: CARROT kann am Ende weniger als der schlechte Witz von einer App namens Erinnerungen. Ehrlich, weniger als Erinnerungen. Dafür schenkt CARROT mir aber eine ASCII-Art-Katze, die wir füttern dürfen. Ich bin raus. Danke, aber nein danke.

EpicWin: Mein Alltag als Abenteuer

Ich wünsche es mir ja anders, das schreibt sich so leicht, es ist nun aber mal so, dass ich meinen Allerwertesten für alltägliche Erledigungen nicht in Bewegung setzen kann. Ich kann kein Einzelfall sein, denn seit Jahrzehnten feilt die Spieleindustrie an den neuronalen Belohnungssystemen ganzer Generationen der Menschheit. Zumindest in den Teilen unserer Erde, die wir als industrialisiert bezeichnen, wird die Zufriedenheit in digitalen Trophies und Badges, kleinen Fleißpunkten im mentalen Klassenbuch gemessen. So auch ich. Mein Hirn folgt nur noch dem Versprechen der Belohnung, dieser zerebrale Esel. Ist es nun gut oder schlecht? Ich weiß es nicht, nur dass es ohne Helferlein wie EpicWin bei mir nicht mehr geht.

Dabei zeigt EpicWin schon die Perfidie des Denkmusters namens Gamification. Die lästigen, wiederkehrenden Aufgaben des alltäglichen Lebens sind mühselig, sie versprechen auch kaum Genugtuung, was die Währung der Gamifzierten ist. So stülpt EpicWin dem Ganzen ein RPG-Gewand über. Und schon klappt es.

Da verteile ich für meine Aufgaben Erfahrungspunkte auf Fertigkeiten wie ‚Stamina‘, ‚Strength‘ oder ‚Spirit‘, die meinen Avatar prägen. Das hat durchaus den Vorteil, auf einen Blick zu erkennen, dass mein Avatar zwar brav auflevelt, aber beispielsweise in der Fertigkeit ‚Social‘ noch sehr schwach ist. Es wird also Zeit, wieder mehr Kontakte zu knüpfen. Wie verdreht mein Gehirn mittlerweile ist, zeigt schon die eigentlich schwache Belohnung, die EpicWin bei Aufstiegen ausschüttet. Es sind nur skurrile Items mit lustigen Namen. Sie sind aber eigentlich zu nichts zu gebrauchen und doch ist der Akt, eine Erinnerung an den Hausputz zum Klang anschwellender Musik nicht nur zu erledigen, sondern ein Abenteuer zu bestehen, gut genug, um meinem Hirn das Gefühl zu vermitteln, etwas geleistet zu haben.

Eigentlich ist dies also weniger ein Text über EpicWin, als einer über das zwanghafte Verhalten eines Gamifizierten, der von einem mit spielerischen Elementen versetzten Aufgabenplaner halbwegs zur Disziplin angehalten wird. Wenn ich es mir richtig überlege, ist es eine traurige Angelegenheit. Doch so tickt es nun einmal, mein Gamer-Hirn. Aber andere haben ihre Pomodoros oder GTD, ich habe derzeit einen Marginally Decomposed Undead Minion.

Daedalus Touch: Alles so schön schwarz hier

Im Gegensatz zu Nostromo hat Daedalus bessere Überlebenschancen im Revier meiner zahlreichen Apps zur Textverarbeitung. Daedalus Touch schließt eine Lücke in meiner iOS-Schreibwerkstatt, die ich bislang nicht recht unter Kontrolle halten konnte. Bei mir hat sich ein Ablauf eingestellt, bei dem ich Notizen zu Spielen und anderem in Clear aufnehme und sortiere, daraus in iA Writer Blogartikel mache, diese wiederum hieve ich via Poster ins Blog. Fertig ist die Laube. Eigentlich.

Der Haken daran ist mein zwanghafter Drang, alle Notizen archivieren zu wollen. Clear lässt mich da im Regen stehen, denn es ist wunderbar zu navigieren und es ist ein Spaß, Listenelemente hin oder her zu schieben, je nach Wichtigkeit. Exportieren der Listen erlaubt Clear allerdings nicht. Diese Schmerzen habe ich gerne in Kauf genommen, sobald aber Daedalus bei mir landete, fiel der Groschen.

Auch wenn es als die Neuerfindung des Rads angepriesen wird, halte ich die "innovative" Dokumentenverwaltung von Daedalus für einen kleinen Trick. Selbstverständlich kommt Daedalus locker ohne Ordner und Dokumente aus, wenn es die Begriffe mal ganz einfach in Stapel beziehungsweise Blätter umbenennt, wobei dies den Vorteil hat, auf eine hierarchische Ordnerstruktur verzichten zu können. Denn was habe ich, wenn ich einen Stapel auf einen anderen lege? Einen größeren Stapel. Insofern wurde hier in wilder Marketingsprache etwas zu dick aufgetragen, um einen Mangel zu kaschieren, der keiner ist. Aber darüber lässt sich leicht hinwegsehen, Daedalus ist als Textverarbeitung für Notizen nämlich gut gelungen.

Ein paar obligatorische Worte muss ich zum Antlitz sagen, das sehr düster des Weges kommt, aber dem Auge auch nicht schadet. Besser ist da schon die gestengesteuerte Oberfläche, durch die meist recht schnell geflogen wird. Ein paar Ecken und Kanten sind noch drin, grobe Schnitzer gibt es aber nicht. Besonders angetan war ich vom Sortieren der Stapel, weil Daedalus am unteren Bildrand eine optische Zwischenablage hat, wo ein paar Blätter Platz haben, um sie in anderen Stapeln abzulegen. Der Editor verfügt außerdem noch über eine Tastaturerweiterung, deren Tasten auch noch nach eigenen Bedürfnissen belegt werden dürfen. Viele kleine Ideen, die aber schnell unersetzlich werden.

Ich nutze nun die Blätter als meine Notizen, die ich nach Belieben anordnen kann. Aber erst durch Daedalus‘ Fähigkeiten beim Export meiner Stapel und Blätter wird die App zu einer großen Hilfe. Als spektakulär ist die iCloud-Synchronisation nicht anzusehen, da chronische Unzuverlässigkeit seitens Apples für mich ein Ausschlusskriterium ist. WebDAV wird unterstützt, mangels Gelegenheit habe ich darauf aber kein Auge geworfen. Die Dropbox-Integration ist dann vorbildlich. Daedalus synchronisiert je Stapel entweder manuell oder automatisch, ein Indikator auf dem Deckblatt zeigt die Synchronizität an. So möchte ich es haben. Schnell, unkompliziert und zuverlässig. Es hört da aber noch nicht auf, denn die Stapel und Blätter können als rohe Textdatei abgelegt, aber auch in PDF- und EPUB-Formate exportiert werden. Diese Export-Dateien sehen dabei gar nicht mal so schlecht aus, Daedalus unterstützt eben einfaches Markdown. Allerdings rendert Daedalus dies nirgendwo in der Anwendung selbst, eine Vorschau der Markdown-Formatierung gibt es derzeit also nicht. Ein kleiner Makel.

Daedalus ist eine gute App für grundlegende Textarbeiten. Es gibt ein schlüssiges Konzept, das viel Arbeit abnimmt. Es fehlt manchmal noch der Feinschliff, ist für mich im Moment eine gute Ergänzung. Ich glaube nicht, dass in meinen Workflow auf iOS nun aber noch eine Textverarbeitung passt.

Bilder: iTunes

Grid Diary: Tage im Raster

logo_griddiaryMir kommt Grid Diary – The simplest way to get started with keeping a diary1 gerade recht. Für ein persönliches Tagebuch fehlte mir in den letzten Jahren die Muße. Zumeist wird ja doch in ein Tagebuch Geschehenes nur aus dem Weg, also aus dem Sinn geschrieben. Aber danach fällt kein Blick mehr darauf. Die selbstreinigende Wirkung, die Erlebnisse vom Tag noch einmal Revue passieren zu lassen, hätte ich dennoch gerne erhalten. Mit Grid Diary habe ich eine Anwendung, die mit neun Fragen an den vergangenen Tag der ganzen Sache die Schwere nimmt.

griddiary_screen1Die neun Fragen sollen ein Leitfaden sein, der Inhalt ist natürlich auf frei wählbar. Meine Erlebnisse kann ich so sehr zielgerichtet in fingierter dialogischer Form aufarbeiten. Der Frage-Antwort-Stil hilft auch dann, wenn mir mal nicht nach ausführlichen Schilderungen ist. Ich kann ja auch einsilbig auf eine Frage antworten und doch erfüllt sie ihren Zweck. Beeindruckt hat mich auch das klare Design, denn selbst auf kleinem Raum finde ich mich gut zurecht. Nichts lenkt mich davon ab, mir Fragen über den Tag zu stellen. Die Antworten fallen in das gut strukturierte Raster. Im Kalender sehe ich schnell, an welchen Tagen ich etwas geschrieben habe.

Persönlich bin ich kaum auf nennenswerte Fehler oder Ungereimtheiten gestoßen. Die unzufriedenen Stimmen zu mangelhafter Stabilität habe auch ich nicht überhört, nur bestätigen kann ich sie nicht. Bei mir lief Grid Diary störungsfrei. Ein einziges Mal hängte sich die App auf. Beim Einrichten der synchronisierten Datenbank über iCloud. Nach allem, was sich über iCloud sagen lässt, muss dies nicht an Grid Diary gelegen haben. Vielmehr vertraue ich auch darauf, Backups meiner Daten manuell durchführen zu können. Ansonsten genieße ich die einfache Handhabung von Grid Diary, mit dem ich tatsächlich wieder angefangen habe, Tagebuch zu schreiben. Nur Fotos sollten noch eingefügt werden können. Diese Funktion wurde aber auch schon versprochen.

1 Der volle Titel ist wichtig, denn es gibt einige ähnliche Apps, die allerdings sehr seltsam wirken.

Pastebot: Und plötzlich kann ich was mit dem Clipboard anfangen

Anscheinend musste ich unter den Apps, die im Hintergrund die iOS-Zwischenablage abfangen, nur die finden, deren Funktionalität über diese eine hinaus geht. Im Dezember hatte ich mich an einigen Apps versucht, gab aber auf, denn für mich lag kein bedeutender Wert darin. Seit ein paar Tagen spiele ich nicht nur mit einem etwas älteren Tool aus dem App Store herum, ich arbeite sogar ernsthaft mit Pastebot.

Da ich keinen Mac habe, fällt sogar eine der spannenderen Einsatzmöglichkeiten weg, die Daten auch auf einen Desktoprechner zu verteilen. Aber selbst ohne diese Möglichkeit, ist Pastebot tatsächlich eine Hilfe. Für mich sind zwei Gründe besonders ausschlaggebend: Erstens die Möglichkeit der Verwaltung von Snippets in Gruppen und Ordnern, zweitens eine Vielzahl an Filtern, die Auf Texte und Bilder angewandt werden können.

Es macht eben einen Unterschied, ob ich nur eine Sammlung von Snippets aus der Zwischenablage habe oder die Snippets auch verarbeiten kann. Mit Pastebot kann ich nicht nur die Snippets gruppieren, sondern beispielsweise auch mit HTML-Tags versehen oder auch Suchen-&-Ersetzen. Durch die Dateiverwaltung wird Pastebot auch noch gleich zu einem Repositorium für Textbausteine, mit denen ich meinen Ablauf im Schriftverkehr beschleunige.

Als Sahnehäubchen verfügt Pastebot ebenfalls über ein simples URL-Schema, sodass ich auch über Skripte von Pythonista mit Pastebot interagieren kann. So wird aus einer guten Idee auch eine gute App, die mich in meinen Areitsabläufen tatsächlich unterstützt. Für mich rechtfertigt Pastebot den auf den ersten Blick hohen Preis völlig. Hätte ich mir mal früher anschauen sollen.

Sinnsuche: Clipboard-Manager

Es war eine so schöne Idee, mir mal anzusehen, was manche Apps aus der Zwischenablage unter iOS machen. Zwei Vertreter dieser Sorte Apps hatte ich mir eher willkürlich herausgepickt: Die erste ist Clipboard Manager and History, für diesen Namen sollte es einen Preis als App mit dem umständlichsten deskriptiven Namen geben, und an zweiter Stelle, weil’s so schön passte noch CloudClipboard.

Beide Apps agieren, sofern gestartet, im Hintergrund von iOS, fangen dabei alle Einträge in der Zwischenablage ab und archivieren sie. Die Zwischenablage, die sonst nur das hält, was ihr Name verspricht, wird um ein Langzeitgedächtnis erweitert — zumindest solange die Apps aktiv sind. Betriebssystembedingt liegt die Grenze hierfür meines Wissens bei zehn Minuten, bevor die Apps sich melden, dass sie nicht mehr Lauschen dürfen, sofern sie nicht wieder aktiviert werden.

Das Langzeitgedächtnis, das die Apps erstellen ist vergleichbar angeordnet, sie sortieren nach reinem Text, Links, Bildern und einigen Datenformaten mehr. Im Hinterkopf wuchs bei mir nun allerdings eine Frage an: Wofür das alles? Dieser Frage folgten immer mehr Anschlussfragen. Warum will ich das hier haben? Kopiere ich die Links und Videos nicht gerade ohnehin an die Stelle, an die sie sollen?

Schön und gut, ich erkenne natürlich, dass es seinen Sinn haben kann, eine Chronik der Zwischenablage zu haben. Für alle Fälle, genauso ist es sinnvoll, einen Nahrungsvorrat anzulegen für die Dürren und andere Krisen, die Apokalyptiker unablässig predigen. Für meinen Arbeitsfluss scheint der Zweck dieser Apps eigentlich überflüssig, denn ich bin von Beginn an ordentlich. Auch wenn ClouClipboard potenziell über alle iOS-Geräte synchronisiert, wieso ist es ein Klick mehr als nötig, um die ausgewählten Daten wieder in die Zwischenablage zu legen? Warum sie sieht die andere App, die mit dem grandiosen Namen potthässlich aus und hat Funktionen, die sich mir nicht erschließen wollen, bei aller Mühe.

Selten war so klar, nicht nur sind diese Apps nichts für mich, sondern die ganze Spezies der Clipboard-Manager ergibt für mich keinen Sinn. Also überlasse ich es dann wohl anderen, die sich auf Anhieb vorstellen können, was in ihrem Leben durch solche Apps erleichtert wird.

Turns – Rundenbasierte Aufgabenverwaltung

20121205-112452.jpgWer hat zuletzt den Müll runtergebracht? Habe ich die Fenster geputzt oder der Mitbewohner? Wer hat die letzte Runde ausgegeben? Sollten diese und ähnliche Fragen, wer was wann zuletzt erledigt hat, wichtig sein, geht es also um den WG-Frieden oder gerechte Lastenverteilung innerhalb einer Gruppe, die App Turns verspricht hier, nie wieder den Überblick zu verlieren.

Und nur für diesen eng umrissenen Zweck ist Turns gestrickt. Es gibt also eine zentrale Liste in der Hauptansicht, in der Aufgaben festgelegt werden können. Jeder Aufgabe lassen sich Gruppenmitglieder zuweisen, die sie der Reihe nach erledigen sollen.

Mehr ist Turns nicht, als eine nur für einen einzelnen Zweck entworfene Anwendung. Und als wäre das nicht schon ernüchternd genug, es gibt keine Möglichkeit, die Gruppe von einer Aufgabe zu informieren und auf dem Laufenden zu halten. Es gibt nur die auf dem iOS-Gerät lokal vorhandenen Daten. Gerade hierfür würde sich eine Synchronisierung oder Kommunikationsmöglichkeit anbieten, die quasi ein Miniatur-Social-Network für Erledigungen schafft. Aber genau das liefert die App nicht ab. Für die Aktualisierung muss jeder selbst sorgen, womit Turns zu einer glorifizierten Übersichtstafel wird, auf die noch nicht mal alle Gruppenmitglieder Zugriff haben. Jede simple webbasierte ToDo- oder Kalenderapp kann das besser. Oder ein simpler Wochenplan, im WG-Flur aufgehängt, der würde sinnvoller sein.

Droplist

20121115-165434.jpgSo viel sollte bekannt sein, ich brauche meine Listen. Ohne ein gewisses Maß an Ordnung komme ich nicht durch den Tag. Da es nicht nur mir so geht, ist der Markt an Apps hierfür überschwemmt mit guten Tools. Vom kleinen Helferlein bis zur ausgereiften Selbstmanagementanwendung ist alles dabei. Droplist ist im Spektrum noch nahe bei denen Apps, die durch Einfachheit glänzen.

Um genau zu sein, Droplist entlehnt einige Aspekte der Listenanwendung beim herrlich simplen Clear, klont es aber nicht. Obendrauf kommt eine grundlegende Kalenderfunktion, Listeneinträge erhalten Termine und Erinnerungen. Die Kalenderansucht ist dabei gut in die UI integriert.

Ist eine Todo-App mit etwas mehr Zeitorganisation gefragt, die im Kern aber noch aufs Wesentliche fokussiert ist, ist Droplist einen Versuch wert. Bei mir wird die App kurzfristig keines meiner Tools ablösen, da ich besonders noch die deutlich flexiblere Nutzbarkeit von Clear schätze und bei meiner Todo-Verwaltung auf Orchestra bin, das systemunabhängiger ist. Einziges echtes Manko von Droplist ist derzeit nur, dass es keinerlei Funktion zur Sicherung der Daten gibt, nicht einmal iCloud.