Alien Breed

Die iOS-Spiele stauen sich schon in der Warteschleife. In dieser Woche nehme ich mir die Zeit zum Entrümpeln.  Der alte 2D-Topdown-Shooter von Team 17 ist so ein iOS-Remake eines alten Klassikers, den ich unbedingt mal spielen wollte. 1991 kam Alien Breed für den Amiga raus, den ich damals nicht besaß. Von der zwei Jahre später folgenden PC-Version ging nicht mehr genug Glanz aus. Erst mit den ersten Retrowellen, schimmerte der Titel hin und wieder durch. Nur kam ich nicht dazu.

Der im August erschienene iOS-Port ist aber auch nicht der Rede wert und rechtfertigt sicherlich nicht die angestaute Neugier. Im Gegensatz zu manchen alten Größen, hat der Shooter ordentlich Staub angesetzt. Da Team 17 anscheinend nur mal sachte über Alien Breed pustete, kommt es auch nicht in neuer Pracht daher. Dem Spiel wurde ein Aufhübschung der Grafik spendiert, die aber allemal kaum spürbar ausfällt. Von groben Klötzen bleiben dann noch weniger grobe Klötze, die aber immer noch jedem heutigen Pixel aufgrund der entfernten Verwandschaft die Schamesröte ins Gesicht treiben. Ebenfalls erneuert wurde die Steuerung, die nun mittels simuliertem Dual-Stick-Verfahren erlaubt, im Rückwärtsgehen in die entgegengesetzte Richtung schießen zu können. Zusammen mit dem etwas aufgebohrten Sound und einigen einfallslosen zusätzlichen Leveln neben denen des Originals und der Special Edition ist die Jungkur damit auch vorüber.

Noch ärgerlicher aber ist, dass Team 17 das Spielprinzip durch einen angeschlossenen Store, in dem Munition und Heilung sowie Waffen feilgeboten werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist damit der ursprüngliche Reiz des Originals damit über den Jordan gegangen. Statt mit Munition und Gesundheit sparsam umgehen zu müssen, trotte ich durch triste, unübersichtliche Level. Letztlich bleibt nur eine Herausfordung: Die Feuertüren nicht endgültig zu schließen, bevor ich mich unter Zeitdruck zum Ausgang begegne, nachdem einer der seltenen Bosskämpfe erfolgreich war.

Für überzeugte Shooter-Nostalgiker ist Alien Breed vielleicht noch was. Allen anderen wäre ein anderer Blick in die Vergangenheit zu empfehlen, für den aber das Medium gewechselt werden. Aliens von James Cameron, der offenkundig thematische Blaupause für Alien Breed war, hat sich deutlich besser gehalten.

Titel: Alien Breed
Hersteller: Team 17
Jahr: 2012
Genre: Action, Shooter
Plattform: iOS
Version: 1.01

Shining Force (1992, iOS 2010)

In Sachen Konsolenkrieg neigte ich immer in Richtung Nintendo, hielt mich doch meist fein raus. Der PC war die Spielstation meiner Wahl, er bot meiner Ansicht komplexere Spielmechanismen, die mit den Pads der Konsolen nicht zu bewältigen waren. Sollte mich doch einmal eine Konsole gelockt haben, waren es meist diejenigen von Shigeru Miyamoto – und damit Nintendo. Unterm Strich hatte ich nie den Eindruck, bei Sega etwas verpasst zu haben. Mit Shining Force habe ich mir nun einen Port des Klassikers für iOS zugelegt. Und was soll ich sagen, es ist ein großartiges Spiel der 16bit-Ära. Weiterlesen

EGA-Sentimentalität: The Black Cauldron (1986)

Meine Erinnerung ist nicht die beste, das hatte ich schon letzte Woche erfahren müssen. Viele Ereignisse vermischen sich zu einer zähen Masse. Will ich eine Erinnerung herausziehen, kleben an ihr viele andere. Die Chronologie geriet mir so durcheinander, mühevoll versuche ich, die Gedanken an vergangene Zeiten zu entwirren, sie sinnvoll aneinanderzureihen. The Black Cauldron ist so ein Spiel, das bei der Recherche nach Oliver & Co. hochgespült wurde. The Black Cauldron ist das Spiel zum gleichnamigen Disney-Film aus dem Jahr 1985, der in Deutschland als Taran und der Zauberkessel erschien. Weiterlesen

Monochrome Nostalgie

Tief vergraben in meiner Erinnerung schlummerten verblassende Bilder von einem Spiel, das eines der ersten war, das ich je gespielt habe. So lang ist es schon her, dass ich nicht mehr wusste, auf welchem Rechner ich es denn gespielt habe. War es der Schneider PC1 oder doch auf dem C64? Lang genug ist die lebendige Erinnerung an diese Computer her, mir blieben nur noch die mentalen Polaroids. Der Plural ist gerade noch so erlaubt, es sind nur noch zwei Bilder. Der Titelbildschirm, auf dem ich die Figuren unter dem Schriftzug erkennen konnte, aber wie das Spiel hieß, das war weg. Das zweite Bild in den Archiven war ein lose Anhäufung von klobigen Pixeln, die grell orange auf schwarzem Grund stehen. Die schwächelnde Erinnerung wollte sie nicht zu einem Ganzen zusammenfügen. Wann immer ich an einer Stelle ein klareres Bild erhielt, verschoben sich die anderen zu einem wilden Haufen, den ich wieder aufbauen musste. Auf Kosten der zuvor restaurierten Teilstücke. Alles, was blieb, war der Eindruck, das es eine Hofszene war. Mit Katzen? Auf jeden Fall viele Tiere. Weiterlesen

Programmvorschau: Der Paragamer als Retrogamer

Mein Outing als Paragamer liegt nun hinter mir. Zeit, dies auch mal hier auszuleben. Als solcher Paragamer hechele ich den Trends nicht hinterher, vielmehr habe ich auf meinem gemütlichen Weg durch die Spielegeschichte schon einige Titel gesehen und ins Herz geschlossen. Deshalb werde ich mir für den Freitag besonders zwei Titel vornehmen: Civilization, Ultima Underworld und dessen Nachfolger. Vielleicht wird diese Serie dann gelegentlich von aktuellen Neuerscheinungen im Musikherbst unterbrochen, da steht eine Menge vielversprechendes Gewitter auf dem Plan.

Ich freue mich schon darauf, mir die Spiele in Erinnerung zu rufen. Ich habe mit allen drei Spielen wahrscheinlich mehr Lebenszeit verbrannt, als es gut für mich war. Aber was soll ich machen? Die Zeit kriege ich nicht zurück und die Spiele waren dermaßen gut.