Blazing Star: Get It More!

Im Jahre 1998 machte sich ein Spiel auf dem Neo Geo daran, das Internet für immer zu verändern. Und heute ist das krude Englisch des japanischen 2D-Shooters Blazing Star legendär. Aus dem Schrei You fail it! wurde ‚fail‘, so die Legende. Und wo wären die Zyniker der Welt ohne das ‚fail‘? Eben, allein deshalb ist Blazing Star bemerkenswert. Aber eben nicht nur deswegen.

Reichlich Gelegenheiten gibt Blazing Star nicht her, um das Englische zu malträtieren. Die japanischen Entwickler haben jede genutzt. Daneben bleibt ein typischer Action-Kracher, der nach japanischer Art den Bildschirm mit Partikeln, Projektilen und Vehikeln überströmt. Ein hektisches, beinhartes Spiel.

Der iOS-Port ist dabei so liebevoll, dass es sogar die völlig überflüssigen Kontrollschema-Screens im die neue Umgebung geschafft haben. Der Rest ist ein sinnvoll um weitere Spielmodi ergänztes Spiel, das als Retrogame richtig Laune macht. Doch You fail it!, dieser beinahe hämische Schrei, wenn mein Raumgleiter in Flammen aufgeht, kommt oft. Ich wollte das Spiel schon spielen, als es veröffentlicht wurde. Mit ist heute klar, mein damaliges Ich wäre nicht frustrationsresistent genug für Blazing Star gewesen. Heute sieht das schon anders aus.

In Zeiten völlig anforderungsloser Spiele, in denen es schwerer ist zu überleben, als alles andere, ist dieser Shooter gerade deshalb ein Herausforderung. Technisch ist Blazing Star ordentlich portiert, die Steuerung wird per Touch aber nie natürlich wirken.

Alien Breed

Die iOS-Spiele stauen sich schon in der Warteschleife. In dieser Woche nehme ich mir die Zeit zum Entrümpeln.  Der alte 2D-Topdown-Shooter von Team 17 ist so ein iOS-Remake eines alten Klassikers, den ich unbedingt mal spielen wollte. 1991 kam Alien Breed für den Amiga raus, den ich damals nicht besaß. Von der zwei Jahre später folgenden PC-Version ging nicht mehr genug Glanz aus. Erst mit den ersten Retrowellen, schimmerte der Titel hin und wieder durch. Nur kam ich nicht dazu.

Der im August erschienene iOS-Port ist aber auch nicht der Rede wert und rechtfertigt sicherlich nicht die angestaute Neugier. Im Gegensatz zu manchen alten Größen, hat der Shooter ordentlich Staub angesetzt. Da Team 17 anscheinend nur mal sachte über Alien Breed pustete, kommt es auch nicht in neuer Pracht daher. Dem Spiel wurde ein Aufhübschung der Grafik spendiert, die aber allemal kaum spürbar ausfällt. Von groben Klötzen bleiben dann noch weniger grobe Klötze, die aber immer noch jedem heutigen Pixel aufgrund der entfernten Verwandschaft die Schamesröte ins Gesicht treiben. Ebenfalls erneuert wurde die Steuerung, die nun mittels simuliertem Dual-Stick-Verfahren erlaubt, im Rückwärtsgehen in die entgegengesetzte Richtung schießen zu können. Zusammen mit dem etwas aufgebohrten Sound und einigen einfallslosen zusätzlichen Leveln neben denen des Originals und der Special Edition ist die Jungkur damit auch vorüber.

Noch ärgerlicher aber ist, dass Team 17 das Spielprinzip durch einen angeschlossenen Store, in dem Munition und Heilung sowie Waffen feilgeboten werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist damit der ursprüngliche Reiz des Originals damit über den Jordan gegangen. Statt mit Munition und Gesundheit sparsam umgehen zu müssen, trotte ich durch triste, unübersichtliche Level. Letztlich bleibt nur eine Herausfordung: Die Feuertüren nicht endgültig zu schließen, bevor ich mich unter Zeitdruck zum Ausgang begegne, nachdem einer der seltenen Bosskämpfe erfolgreich war.

Für überzeugte Shooter-Nostalgiker ist Alien Breed vielleicht noch was. Allen anderen wäre ein anderer Blick in die Vergangenheit zu empfehlen, für den aber das Medium gewechselt werden. Aliens von James Cameron, der offenkundig thematische Blaupause für Alien Breed war, hat sich deutlich besser gehalten.

Titel: Alien Breed
Hersteller: Team 17
Jahr: 2012
Genre: Action, Shooter
Plattform: iOS
Version: 1.01