Game Dev Story – Meta, meta, meta, Mate.

Über die Jahre wuchs aus meiner kleine Klitsche ein Software-Gigant gewachsen. Wir machen nur noch in AAA-Titeln, meine Aufregung müsste sich doch in Grenzen halten, denn bald bringt mein Developerteam die Fortsetzung unseres größten Hits heraus. Doch die Kassen sind mittlerweile leer, denn ich hatte die Entwicklung des Sequels für eine neue Konsole vorgesehen. Während aber die Bugs erst Löcher in den Zeitplan, dann ins Budget fraßen, wuchsen mir auch die Lizenzgebühren für die neue Konsole über den Kopf. Über Wohl und Wehe entscheiden aber die Verkaufszahlen. Und da habe ich einige Bedenken, denn auch bei der Marketingstrategie ist viel Geld versenkt worden, ein richtiger Hype entstand nicht. Nach Jahren steht das Game Studio vor dem Aus. Aber es bringt nichts. Um wenigstens einen Teil der Kosten reinzuholen, muss das Spiel jetzt auf den Markt. Da können die Hyänen von der Presse jaulen, es muss sein.

In Game Dev Story ist die Phase nach der Veröffentlichung eines Spiels der mit Abstand spannendste Moment. Ansonsten bietet die kleine Spieleschmieden-Simulation viel Wiederholung. Der immer gleiche Ablauf des Spiels wird kaum unterbrochen: Ein Spiel geht in Entwicklung, das Team sollte Grafik, Sound, Innovation und Spaß bereitstellen, ein wenig Marketing, Debugging. Und wieder von vorne. Dazwischen vielleicht noch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen oder nach neuen Ausschau halten, damit eventuell auch einmal neue Genres angeboten werden.können.

Game Dev Story ist ein kurzlebiges Spiel. Nicht ohne Charme, doch fehlt ihm dauerhaft die Substanz, um lange zu fesseln. Mancher Witz zündet, gerade bei den sporadisch eingestreuten Meldungen der fiktiven Presse. Auch besagtes Spannungsmoment ist reizvoll genug für einige Stunden in einer runden, doch unterkomplexen Simulation. Für mich war dann aber doch nach einer Weile die Eintönigkeit des zugrundeliegenden Mechanismus’ zu viel. Der Wiederspielwert dürfte bei Null liegen.

Wing Commander Saga: The Darkest Dawn (PC, 2012)

Die reizvolle Leere des Raums lockte viele vor den Rechner. Bis Ende der 1990er war dies kein Problem, die Weltraumkampfsimulation war nicht das prägende der aufstrebenden Genres, doch brachte es viele Meilensteine hervor. Unter diesen gehört neben den Star-Wars-Ablegern von LucasArts vor allem Wing Commander zu den größten Erfolgen. Unter der Führung von Chris Roberts, dem Macher der Serie, entstand ein eigenes Universum. Roberts gab sich nie zufrieden, er trieb die Serie weiter vor sich her. Sequels, Spinoffs, Bücher und auch ein verrufener Film wurden mit für die Spielebranche bis dahin nicht dagewesenem Aufwand auf den Markt geworfen. In den Filmsequenzen der Spiele mussten Darsteller aus großen Hollywood-Blockbustern ihre Köpfe herhalten, die Geschichte verflachte allerrdings hinter dem Pomp. Die Serie brannte mit jedem Teil weiter aus. Was nach den Gesetzmäßigkeiten des Marktes nicht weiter verwunderlich ist, wenn Masse über Klasse gestellt wird. Die große, polierte Oberfläche nahm immer mehr Raum ein, die Spiele wurden flacher, die Story abstruser. Dennoch hat sie auch heute noch viele, mich eingeschlossen, Bewunderer, die mit nostalgischem Blick besonders auf die Anfänge zurückblicken. Hin und wieder spukte mir durch den Kopf, wieder einen der ersten Teile auszugraben. Da kam mir der Start des Fangames Wing Commander Saga gerade recht.

Weiterlesen