Don’t Avoid the Droid

Ich will gar nicht mehr so sehr ins Detail gehen, warum ich nach Jahren mit einem iPhone zu einem Huawei gewechselt bin. Ich hatte schon ein kurzes Zwischenspiel, doch der Vergleich war nicht fair zum Huawei, sodass ich aber jetzt seit 2 Wochen ein vergleichbares Smartphone nutze. Und ich bin, wie sag ich es, sehr positiv überrascht.

Was vermisse ich?

Das ist vielleicht die wichtigste Frage.

Ich vermisse einerseits, ein komfortables System der Push-Nachrichten. Ja, es läuft alles auf dem Android-Huawei, prinzipiell zumindest. Aber es fühlt sich nicht so, aus Mangel eines besseren Wortes wähle ich mal dieses Wort, natürlich an. Mir entgehen Nachrichten. Darauf kommt es am Ende an. Oder denke ich nur, sie entgingen mir? Eigentlich wirklich egal, denn das Gefühl zählt. Das ist da. Bleibt wohl erst einmal auch. Aber ich kann es verkraften, denn langsam bildet sich eine Routine, mit der ich regelmäßig alle wichtigen Quellen bewusst ansteuere und auf Neuigkeiten prüfe. Es kann sogar am Ende gesünder sein, nicht sofort auf jeden Push mit der Lesepanik zu reagieren, die mich aus allen Abläufen rausreißt. Oder mir den Tag versaut, wenn es eine schlechte Nachricht ist.

Ansonsten vermisse ich nicht viel. Ganz ehrlich. Ich dachte, es gäbe mehr unersetzliche Apps für mich. Aber es geht eigentlich sehr gut. Talon ist nicht Tweetbot, aber schon sehr na dran. Wenn jetzt der TweetMarker-Sync funktionieren würde, wie ich es mir vorstelle, es wäre perfekt. Ansonsten ist alles an den Basics mit nativen Apps im selben Umfang vorhanden wie unter iOS. Selbst für ausgefallenere, kleine Apps fürs Tagebuch gibt es ziemlich gute Lösungen, die auch plattformunabhängig sind. Da fällt mir dann auf, dass ich mit Feed Wrangler mir selbst ein iOS-Loch gegraben habe. Das kostet jetzt ein wenig mehr, Geld auf eine Plattform zu wechseln, die auch unter Android von fähigen Readern unterstützt wird, aber das geht schon. So richtig fehlen mir eigentlich nur Editorial und Pythonista. Da kommt nichts dran vorbei. Da blutet mir wirklich das Herz.

Technisch? 3D-Touch? Ne, das vermisse ich nicht wirklich. Es ist ein spannendes Konzept, am stärksten habe ich noch den Phantomschmerz, wenn ich den Cursor per Druck auf der Tastatur verschieben will. Aber Apple hat 3D-Touch nicht mit hinreichend Leben füllen können, dass es mehr als ein Gimmick ist.

Doch, eines noch: Wie auch immer, ich kann nicht am Headset mit einem Dreifachklick einen Song zurücksetzen? Oder spulen. Aber das sind Luxusprobleme, die ich wahrscheinlich auch noch gelöst kriege. Vielleicht lebe ich auch einfach damit. Wird auch passen.

Am Ende vermisse ich nicht viel. Das ist für mich die größte Überraschung. Da war die Hürde viel größer befürchtet, als sie tatsächlich ist.

Was gefällt mir?

Jetzt kommen wir zum Kern. Ich könnte lang und breit alles aufzählen. Doch in der Essenz läuft es darauf hinaus, dass mich sonst nichts stört. Die Kamera ist schlechter, ich mach aber kaum Fotos. Sonst läuft eigentlich alles reibungslos. Ich fühle mich nicht eingeschränkt, gegängelt oder muss einen Kundensupport fürchten, der den Namen nicht verdient. Es funktioniert. Das hat auch damit zu tun, dass mein neues Telefon mal gerade satte 500 Euro weniger kostet. Da bin ich anscheinend verzeihender. Wohlwollender. Einfach besser darauf zu sprechen, denn es reißt mir kein Loch ins Budget und performt dann doch gerade dann nicht, wenn ich es brauche.

Ich kenne mich, ich werde in der Zukunft an die Grenzen stoßen. Mich dann auch richtig aufregen. Andererseits sehe ich ja schon, dass ich geduldiger bin. Das habe ich mir damit gerade gekauft: Ausgeglichenheit. Im Vergleich zu einem arroganten Gerät, dass auch noch Dankbarkeit von mir verlangt, dass es zwar nicht funktioniert, aber wenn es denn ginge, total schick wäre.

Maiskanone

Wer dieses Pflanzen gegen Zombies gemacht hat (will nicht in die Credits zu gucken), gehört belohnt – und dann bestraft wegen Verbreitung von Suchtmitteln. Komme zu gar nichts mehr. Zen-Garten und Stinki, Peking und Beghouled. Prallevolles Spielchen, das ich jahrelang übergangen habe. Musste ja so kommen: Bin müde, musste noch spielen.
Das Spiel ist so großartig wie zeitraubend. Neue Maßeinheit für Zeit: Runden PvZ. Die Bahnfahrt dauert 5 PvZ, Essen 2 PvZ und in etwa 48 PvZ ist dieser komische Geschenketag.

Und App dafür

Discovr AppsEine Marotte von mir ist, ständig auf der Suche nach Apps zu sein. Erste Anlaufstelle ist dafür dann der App Store, in meinem Fall der von Apple. Vielleicht übertreibe ich es ein wenig, aber mein Mitbewohner staunte schon nicht schlecht, wie viele Apps ich geladen hatte, obwohl ich mein iPhone weit kürzer besaß als er seines. Um ganz ehrlich zu sein, ich empfand meine Sammlung nicht als besonders ausgewachsen. Um noch ehrlicher zu sein, zu diesem Zeitpunkt befand sich nur ein Drittel der Apps noch auf dem iPhone, die ich geladen hatte. Aber das ist dann schon wieder eine andere Sache. Mir geht es darum, dass ich keinen Cent dafür zahlen will, wenn es sich vermeiden lässt. Und um bei Angeboten für Apps auf dem Laufenden zu bleiben, dafür taugt der App Store einfach nicht. Ich finde, er taugt allgemein nicht viel, aber das ist wieder nur mein Geschmack. Wo aber erhalte ich meine Informationen über günstige oder kostenlose Apps?

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