Singer: Tierversuche

Mein Plan ist ja nun geändert, seitdem ich weiß, dass ich Tierethik für das Studium verwenden kann. Der Fokus richtet sich ja jetzt mehr auf Singer, Regan und Carruthers. Deshalb folge ich dem Büchlein ‚Texte zur Tierethik‘ nicht mehr dem ursprunglichen Verlauf. Stattdessen springe ich die Abteilung des Büchleins, den ich mir eigentlich ersparen wollte. Der Titel des zweiten großen Abschnittes in diesem Buch heißt ‚Tiere in der Wissenschaft‘. Im Gegensatz zu dem vorangegangenen Abschnitt, in dem es mehr um theoretische Grundlagen und Diskurse zur Tierethik geht, wird hier ein Feld der praktischen Anwendung betrachtet. Für mich ist das aus dem Grund interessant, dass Singer natürlich auch zu Tierversuchen Stellung bezogen hat. Weiterlesen

Vergesslichkeit und ihre positiven Folgen

Da wollte ich mich jetzt zurücklehnen, ein wenig weiter im handlichen Büchlein zu Tierrechten lesen und merke erst jetzt, dass ich es vergessen habe. Was nun? Ich wollte doch eigentlich ein klein wenig dazu lesen. Besonders weil ich Singers Text  doch sehr interessant fand.

Dann fiel mir immerhin ein, ein wenig in der Stanford Encyclopedia of Philosophy stöbern zu können, wenn ich nun schon nicht in dem Sammelband weiterlesen kann. Und siehe da, die SEP lässt einen selten im Stich. Ein gewohnt schöner Überblick zum moralischen Status von Tieren.

Bei der Lektüre dieses Artikels in der SEP stieß ich dann sogleich auf eine wichtige Unterscheidung zwischen absoluten Positionen zu Tierrechten, die wahrscheinlich aus dem Lager der Deontologen kommen, und der Interessenberücksichtigung bei Utilitaristen:

The animal rights position is an absolutist position. Any being that is a subject of a life has inherent worth and the rights that protect such worth, and all subjects of a life have these rights equally. Thus any practice that fails to respect the rights of those animals who have them, e.g. eating animals, hunting animals, experimenting on animals, using animals for entertainment, is wrong, irrespective of human need, context, or culture.

The utilitarian position on animals, most commonly associated with Peter Singer and popularly, though erroneously, referred to as an animal rights position, is actually quite distinct. Here the moral significance of the claims of animals depends on what other morally significant competing claims might be in play in any given situation. While the equal interests of all morally considerable beings are considered equally, the practices in question may end up violating or frustrating some interests but would not be considered morally wrong if, when all equal interests are considered, more of these interests are satisfied than frustrated.

Interessant ist, dass Singers Position gar nicht als Tierrecht aufgefasst wird, da sie keine absoluten Rechte einräumen will, da die utilitaristische Interessenberücksichtigung auch eine Abwägung der notwendigen Übel ermöglicht, wobei Rechte verletzt werden könnten, dies aber aus utilitaristischer Sicht moralisch nicht oder weniger verwerflich wäre.

Das ist schon der erste Hinweis auf die Frage, die ich anfangs gestellt habe. Tierrechte wären dann tatsächlich eher deontologischen Positionen zuzuschreiben, da sie anscheinend absolute Rechte etablieren wollen, während die Interessenberücksichtigung der utilitaristischen Positionen wohl mehr Tierethik sind, aber keine absoluten Tierrechte postulieren.

Mal schauen, ob sich diese Unterscheidung während meiner Lektüre bestätigt. Es klingt aber doch schon sehr einleuchtend.