The Five-Year Engagement

Mit Fast verheiratet hat der Film im Deutschen immerhin einen dankbaren Titel, spart er doch – wie der Originaltitel -lange Vorreden. Aus der Verlobung, die genreüblich gut geplant war, doch unter einigen Unvorhersehbarkeiten litt, wird lange Zeit nichts. So sehr sie sich mühen, Violet (Emily Blunt) und Tom (Jason Segel) will das Leben nicht richtig mitspielen. Mal wollen die Verwandten zuvorkommen, andere sterben, mal verschlägt es sie beruflich in andere Gefilde. Aus der Hochzeit wird nichts.

The Five-Year Engagement ist allemal besser als es klingt. Nach dem Fiasko The Muppets, das Jason Segel und Regisseur Nicholas Stoller verbrochen haben, finden sie über weite Strecken den richtigen Ton. Dramedy trifft das Genre, und es funktioniert gerade anfangs blendend. Blunt und Segel geben ein sympathisches modernes, emanzipiertes Paar in turbulenten Zeiten. Tom nimmt zugunsten Violets akademischen Werdegangs einen Knick in der eigenen Laufbahn als aufstrebender Koch in Kauf, woraus ein zwischenzeitlicher Abstieg wird.

Über eine Stunde baut Stoller mit Geduld die wankende Beziehung zwischen Tom und Violet auf, verliert dann den Mut, mit ähnlicher Ruhe in die zweite Stunde des Films zu gehen. Toms berufliche Sackgasse, Violets Erfolg unter einem Chef, der sich sich an sie ranwirft, die Beziehung stockt, als beide sich auseinanderleben. Dabei erinnerten sich Stoller und Segel an dieser Stelle, eine Komödie schreiben zu wollen. Der Wahnsinn wird also auf elf gedreht, dabei gehen die Figuren im Tumult allerlei fadenscheiniger Plotpunkte unter.

Schade ist es, ruiniert aber nicht alles. Nach den turbulenten Eskapaden findet der Film noch zu einem stimmigen Ende. Da sind die Längen, der Klamauk, obwohl überflüssig, zu verschmerzen.