Penny Arcade’s On the Rain-Slick Precipice of Darkness 3: Epischer … Absturz

Penny Arcade’s On the Rain-Slick Precipice of Darkness 3 (PAA3) ist ein… [ABSTURZ]. Penny Arcade’s On the Rain-Slick Pr…[ABSTURZ]. Muss ich das Ding wieder neu starten? So, jetzt aber, ich habe alle anderen Apps aus: Penny Arcade’s On the Rain-Slick Precipice of Darkness 3 (PAA3) ist ein Spiel, das seinem langen Namen nach einige Komplexe zu kompensieren hat. PAA3 spielt im mittlerweile ordentlich expandierten Universum der Geek-Webcomics Penny Ar… [AUS]. Ehrlich jetzt? Es reicht, ich habe das Smartphone rebootet, das darf jetzt auch mal klappen. Aber nein, es ist schon wieder weg. Spielstand auch. Ich will doch nur dieses Spiel spielen:

PAA3 kann ich nicht mit neutralem Blick besprechen, dafür ließ es mich zu sehr leiden. Ausgerechnet eines der wirklich voluminösen Mobilspiele lief bei mir aus unerfindlichen Gründen technisch nur unter argen Schmerzen. Das wiederkehrende Muster war Kämpfen-Speichern-Inventar-Speichern-Laufen-Speichern-Einkaufen und immer so weiter. Spricht es da für oder gegen mich, dass ich das Spiel samt Prolog in seinen vollen zehn bis zwölf Stunden bis zum bitteren, weil offenen Ende durchgespielt habe? Und die Spieldauer fiel bei mir noch länger aus, denn eigentlich sorgten die Abstürzen für, wohlwollend geschätzt, anderthalb zusätzliche Stunden, in denen ich mich wieder an bereits bewältigten Gegner vorbei gekämpft hatte.

Ich gebe mir also Fleißpunkte für den Kraftakt, PAA3 in schlimmen Momenten durchgestanden zu haben. Dennoch befürchte ich, mein Vergnügen, das hatte ich in den letzten fünf Stunden mit dem Spiel nämlich wirklich, könnte doch eine Form des Stockholm-Syndroms sein. In der zweiten Hälfte hatte ich mich schon so sehr an die wegen meiner Akkordspeicherei selteneren Abstürze gewöhnt, dass mir der Spielverlauf nun flüssig vorkam. Und deshalb muss ich sagen, gerade im späteren Verlauf der völlig hirnrissigen Story fesselte mich PAA3.

PAA3 ist ein Spiel für Geeks, der ich nur zur Hälfte bin, weswegen ich wohl auch nur einen Bruchteil der popkulturellen Referenzen auf Anhieb verstand. Aber ich verstehe schon, dass das Genre von PAA3 selbst schon ein Verweis auf Japano-RPGs ist. Es sind lockere spielerische Anleihen, die PAA3 macht, auffällig ist vor allem das Klassen- und Jobsystem, mit dem die verschiedenen Charakteren individualisiert werden können. Mit dem Tiefgang der Japano-RPGs hat es PAA3 dann aber auch nicht so wirklich, denn es bleibt bei einem sehr spartanischen RPG-Konzept: Die Stufenanstiege erfolgen automatisch, Jobs und Klassen erhalten damit neue Fertigkeiten, für mich als Spieler blieb da nur, für alle Charaktere möglichst stimmige Fertigkeiten über die Job- und Klassenwahl zusammenzustellen. Darüber hinaus sind meine Möglichkeiten sehr beschränkt, denn es gibt im Grunde kein Sozialsystem in PAA3, und auch das Wirtschaftssystem hat kaum Auswahl. Es wirkt alles ein wenig auf das Nötigste eingedampft.

Erkundung und Forscherdrang konnte ich getrost an der Garderobe abgeben, denn spielerisch ist PAA3 doch arg linear geraten. Hier ein paar richtig witzige Dialoge, ein kurzer Fußmarsch durch den Level, dann Kämpfen und wieder Kämpfen. Dass ich also meinen Spaß damit hatte bedarf einer Erklärung, die kann ich aber nicht schlüssig bieten. Nur so viel: Gegen Ende, ich erwähnte es bereits, werden die Gegner doch recht anspruchsvoll, Taktik wird stärker gefordert. Außerdem zieht der Humor deutlich an, alleine schon das herrliche Kapitel, das nur "World Map" heißt, oder auch ein kurzer, aber unterhaltsamer Star-Trek-Abschnitt stellen die ersten Welten des Spiels in den Schatten, denn hinter jeder Ecke wartet dort ein Schmunzeln oder ein Alien. Meist beides.

PAA3 kann ich aber, trotz Stockholm-Syndrom, nicht reinen Gewissens empfehlen, weil es bei mir absolut an die Grenze zur Unspielbarkeit stieß und voller technischer Rätsel ist. Warum beispielsweise für das Spiel etwa 1 GB Speicher draufgehen, wird wohl selbst das Entwickler-Team nicht schlüssig erklären können. Und auch spielerisch ruht sich PAA3 auf vermeintlichem Retro-Charme aus. Beispielsweise reicht es für das Gütesiegel des Retro-Chics nicht aus, pixelige Grafik zu haben. Die alten Klassiker sind uns doch gerade wegen ihrer tollen Gestaltung trotz der Grobkörnigkeit ans Herz gewachsen. Doch habe ich lange in PAA3 nach guten Momenten gesucht und wurde letztlich für all die Mühen belohnt, denn es gibt hier auch einiges Licht, dass aber vielleicht nur so strahlend wirkt, weil ich mich sonst überwiegend im Schatten befand.