Um die Liebe zwischen seiner Tochter und einem seiner erfolgreichsten Untergebenen, Victorius, zu verhindern, sendet der Caesar Victorius ins Römische Reich aus. Straßen, die wohl alle nach Rom führen sollen, soll der junge Victorius für den Herrscher errichten. Und so weiter und so fort. Warum manche Spiele in ein plumpes Handlungskorsett gezwungen werden, das wissen wohl nur die Hersteller selbst. In Roads of Rome, einem Aufbau- und Zeitmanagementspiel für das iPhone, ist dieser erzählerische Rahmen erfreulicherweise auch schon der einzige Schwachpunkt. mehr »
Evertales
Drei Antihelden im Kampf gegen ein vergleichsweise geringes Übel. Der fettleibige Sir Jorgin, ein elfischer Schwerenöter namens Arwick und der senile Taragorn, der belegt, was ein Konsonant mehr im Namen für Unterschiede machen kann. Crescent Moon Games wirft die Drei im Plattformer Evertales in ein Abenteuer, das ihnen schnell über den Kopf wachsen könnte. mehr »
NBA Jam: Boomshakalaka!
Noch so ein Spiel, das durch ein Remake wieder in Erinnerung gerufen wurde. Worms ist eines davon, NBA Jam ein anderes. Beide Mittags, nach der Schule, nach Hause geeilt, das Essen runtergeschlungen und wieder ab zu Freunden. Wer auch immer die neuesten oder interessantesten Spiele hatte, war die Anlaufstelle. NBA Jam war immer ein Renner. mehr »
Worms: I’ll get you!
Fadenrauch
Gemütlich trotteten wir durch den künstlich geschaffenen Flur. Die Stellwände mit ihrem grauen Filz ragten gerade so hoch, dass sich im Großraumbüro Gänge und Plätze abzeichneten. Wir wollten ins Treppenhaus, eine Zigarette rauchen. Dort angekommen steckte ich mir eine an, hinter mir hörte ich das Reiben auf dem Zündstein ihres Feuerzeuges.
Sie hatte sich, die Zigarette im Mund, zur Flamme geneigt. Das geduldige Feuer, das jeder Raucher erwartet, flackerte für einen Augenblick allerdings lichterloh auf. Sie schreckte instinktiv zurück. Ich musste lächeln, denn sie sah mich mit weit aufgerissenen Augen an, als ob sie fragen wollte: Was war das denn? Ihre Mundwinkel dehnten sich zu einem breiten Grinsen, die Lippen zogen an der Zigarette, um die Glut anzufachen. Eine Stichflamme, antwortete mein Lachen.
Ob sie diese Antwort noch wahrgenommen hatte, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich nicht. Der Blick, der gerade noch auf die Glut ihrer Kippe gerichtet war, wanderte höher. Über den Rücken der Zigarette, schielend an ihrer Nase vorbei bis in ihre Augenhöhle. So weit die Muskulatur ihrer Augen es erlaubte, drehte sich der Blick in ihren Schädel.
Wohin sah sie, was war da? Es muss sich innerhalb einiger Sekunden zugetragen haben, doch meine Erinnerung dehnt diese Momente aus. Oberhalb ihres Haaransatzes, über der Stirn schwebte ein kleiner Faden, der mit der Zugluft Wellen schlug. Mir schwante Böses, so übel, ich wollte es nicht glauben. Nicht, als ein weiterer Faden aus ihren Haaren stieg, auch nicht, als sie ein Brummen anschwellen ließ. Mein Unwille, zu glauben, was ich sah, lähmte mich. Auch wenn sich die Wirklichkeit nicht mehr leugnen ließ, stockte ich. Ich sah eine helle Funken sprühende Flamme unter ihren Haaren, sie blähte sich auf. Die versengenden Haare knisterten, aber ich wollte es nicht glauben.
Ich musste eine Hand ausgestreckt, aber innegehalten haben. Ich war mir aber keiner Bewegung bewusst. Was, Feuer, was, ihre Haare, was?, so drehten sich meine Gedanken um sich selbst. Sie musste mein Zögern gesehen haben: “Hau mich, hau mich, HAU MICH, HAU!” Ich tat, wie mir geheißen wurde. Mit der flachen Linken, hämmerte ich auf ihren brennenden Kopf ein. Drei oder vier Schläge brauchte ich, um die Flamme zu ersticken.
“Du hast ja nur rumgestanden”, hörte ich sie sagen. Sie strich sich verkrustete Bündel aus den Haaren, die sanft zu Boden glitten. Der beißende Geruch stieg mir in die Nase. Ich zog die Nasenflügel zusammen, doch führte dies nur dazu, zwar weniger zu riechen, aber die verkohlten Haare auf der Zunge schmecken zu können. “Sorry, ich weiß auch nicht…”
Sie lachte und zog weitere Haarknäuel hervor. “Da gehen sie hin – meine grauen Haare.”
Es war nicht einmal eine Rötung auf ihrem Kopf zu sehen. Sie rieb zwar ihren Haaransatz, als ob es sich verbrannt anfühlte, aber weder sie selbst noch die herbeigeeilte Kollegin konnten Verbrennungen erkennen. Ihre Frisur fiel locker über den verbrannten Haaransatz, als wäre nichts gewesen. Es fiel gar nicht auf. Es roch nur streng und auf dem Boden lagen einige angesengte Haare. “Mit dir”, sagte sie, zog an dann ihrer Zigarette, “gehe ich so schnell nicht wieder rauchen.”
Bilde ich mir nur ein, dass meine linke Hand noch nach verbranntem Menschenhaar riecht?
Serientode und -erneuerungen 2012/2013
Jährlich fallen in den USA im Frühling bei den Networks folgenreiche Entscheidungen für die Fernsehlandschaft (Kabelanbieter wie amc und Showtime bleiben hier außen vor). Fans quotenschwacher, aber hervorragender Serien bangen besonders um die Lieblingssendungen. Für mich stand in diesem Jahr nur eine wirklich relevante Entscheidung an, auf die komme ich aber später erst zu sprechen. Wo können wir uns also informieren? Der aktuelle Stand ist relativ verlässlich hier oder hier nachzulesen. Bislang gibt es für mich keine großen Überraschungen. mehr »
Miso Project
Beim Guardian machen sie Ernst, den offenen Datenjournalismus fördern und vorantreiben zu wollen. Der nächste Schritt ist das Miso Project, in dem die Entwickler des Guardian und einige Unterstützer einen Werkzeugkasten zur Ver- und Bearbeitung von Daten zur späteren Visualisierung zur Verfügung stellen. Pionier unter den Tools des Projekts ist Dataset. Eine klitzekleine JavaScript-Bibliothek zur clientseitigen Bearbeitung von kommaseparierten Daten. mehr »
Widerwillig, was?
Doch noch ein Nachspiel? Da flatterte doch gestern ein Schrieb ein, der eine Ruhestörung, so nennt es der Volksmund dann wohl, zur Last legt. Nach §117 des Ordnungswidrigkeitengesetzes wäre das unzulässiger Lärm. Mein Mitbewohner hat die Angelegenheit an der Backe. Wir bestreiten gar nicht, was dort geschildert wurde. Lediglich stößt uns das Adjektiv widerwillig auf. Unerfreut hätte den Umstand besser getroffen, schließlich war die Musik innerhalb weniger Sekunden aus. Vielleicht hat der Beamte schlicht die Ereignisse verwechselt, widerwillig waren wir in Bezug auf das Betreten der Wohnung.
Uns beiden war nicht klar, inwieweit dieses Adjektiv Einfluss auf die Höhe des Bußgeldes nehmen würde. Mein Mitbewohner wollte nichts unternehmen, doch rief ich einfach mal beim Ordnungsamt an, um mich allgemein zu erkundigen. Die sehr freundliche Frau konnte mir auch schnell helfen, ohne Aktenkenntnis konnte sie selbstverständlich keine genauen Angaben machen. Doch schien sie sich am von uns bestrittenen Widerwillen nicht zu stören. Andere Fragen sind wichtiger. Wann wurde der Lärm gemacht? Wie viele Personen haben diesen verursacht? Musste die Polizei häufiger kommen?
In unserem Falle müssten wir mit einem höheren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Betrag rechnen, vermutete sie. Das ist dann noch bewältigbar, wenn auch ärgerlich. Wenn aber alle, wie die meisten schon angekündigt haben, zusammenwerfen, wird es gehen. Damit hat es sich dann.
Ein flaues Gefühl hinterließ aber auch das Telefonat, denn ich kam kurz auf das Verhalten des Polizisten zu sprechen. Ihre Reaktion war: “Warum sollte ein Polizist in seinem Bericht nicht neutral schreiben? Und warum soll er nicht die Wohnung betreten, da ist doch in der Regel nichts dabei?” Nichts gegen die Frau vom Ordnungsamt, doch wenn diese Einstellung zur Regel gehört, muss noch einige Aufklärungsarbeit zu Grundrechten in Behörden geleistet werden.